Abschied für immer
Die Theaterklause in Brandenburg an der Havel ist ein behaglicher Ort. Alles leuchtet in warmen Farben, an den Fenstern hängen rote Vorhänge, die Wand hinterm Tresen ist holzverkleidet. Doch der Blick des Theaterintendanten passt eher zu den traurigen Temperaturen vor der Tür. Kein Wunder, gleich beginnt die Uraufführung der Oper «Kleist». Es wird die letzte an seinem Haus sein. Die Sparte Musiktheater wird geschlossen. Wie konnte es so weit kommen?
«Der Sündenfall», sagt Christian Kneisel, «war der Theaterverbundvertrag».
Ende der neunziger Jahre hat das Land Brandenburg die Theater von Frankfurt (Oder), Potsdam und Brandenburg/Havel zusammengelegt. Jahrzehntealte Ensembles wurden aufgelöst – und das, obwohl ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang zwischen Kulturabbau und Abwanderung besteht. Ausgerechnet dem kleinsten Haus in Brandenburg/ Havel fiel es zu, die teuerste Kunstform beizusteuern: das Musiktheater. «Das hat damals niemand verstanden», so Kneisel, «und wir haben nie annähernd die Gelder bekommen, die wir gebraucht hätten für drei Produktionen im Jahr.» Dann rechnet er vor, wie bei schamlos niedrigen Gagen für exzellente Künstler die Tarif- und Bestriebskosten ...
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Rossini-Opern, hat man ihre Funktionsweise erst einmal durchschaut, machen glücklich. Die großen dramatischen Konfrontationen laufen wie Schneeballschlachten ab: Die Kontrahenten schleudern sich in wachsender Erregung Koloraturen-Salven ins Gesicht. Lyrische Gefühle klettern hingegen auf langen Koloraturen-Treppen gen Himmel und wieder hinab. Dramatik setzt sich...
Lange hatte man nichts gehört vom Meisterregisseur. Seit dem Weggang aus Hamburg war Peter Konwitschny abgetaucht, (fast) nur noch für Wiederaufnahmen seiner Inszenierungen durch die Lande gereist. Nun ist er wieder da. Mit Beginn der Spielzeit 2008/09 wird Konwitschny Chefregisseur an der Oper Leipzig. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren, und gleich...
Schubert, Oper und Indien – eine Trias, die mehr Gegensätze als Gemeinsamkeiten aufweist. Im Herbst 1820 wagte sich Schubert an die Vertonung des Sakontala-Stoffes, dessen Dramenvorlage auf Versen des indischen Dichters Kalidasa (um 500) basiert. Daraus fügte der österreichische Dichter Johann Philipp Neumann ein Libretto – jener Neumann, der auch die Textvorlage...
