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«Es schadet nichts, auf einem Entenhof geboren zu sein, wenn man nur in einem Schwanenei gelegen hat!» Kaum ein geflügeltes Wort Andersens ist in Dänemark so häufig parodiert worden wie diese Stelle aus dem «Hässlichen jungen Entlein». Auch Rued Langgaard lädt dazu ein. Das Künstlerkind wuchs auf in Kopenhagens feinem Viertel Gammelholm – alles außerhalb dieser mondänen, kultivierten Welt betrachtete er fortan als Hühnerhof.
Seine Äußerungen über die Hauptstadt, ja das ganze Land und dessen zeitgenössische Künstler, insbesondere Carl Nielsen, zeugen von einer geradezu hysterischen Geringschätzung. Die dänische Musik nach dem Tod von Niels Wilhelm Gade erschien ihm völlig geistlos, banal und kleinbürgerlich. Stammte Nielsen, das siebte von zwölf Gören, nicht aus einer fünischen Kätnerhütte? Was konnte man von dem Sohn eines Anstreichers und Dorfmusikanten schon erwarten!
Langgaards Eltern hingegen waren echte Künstler, elitär und idealistisch, beide Musiker, der zu religiösen Grübeleien neigende Vater sogar Komponist und Professor. Ihren Sprössling erzogen sie als Genie. Klein Rued hatte keine Spielkameraden, besuchte nie eine Schule, erhielt nur ein paar Musikstunden an einem ...
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Die Inszenierungen, in denen sie auftrat, besaßen wenig oder gar keine Sprengkraft. Umso mehr durfte man sich an der vokalen Virtuosität erfreuen, die Anna Netrebko versprühte – als Maddalena di Coigny im Mailänder «Andrea Chénier», wo sie für «die einsam hohe Kunst der cremigen Phrasierung, hell-licht schwebende Spitzentöne, glühende Piani und gutturale...
