Klingende Rede, beredter Klang
Trompeten erschallen mit mutigem Ton und gehen, während daß verwandelt wird, in ein wildes Kriegsgetümmel über, das Orchester fällt ein bei offener Szene und wird von kriegerischen Instrumenten hinter der Szene begleitet.» Keine Frage: Friedrich Schiller wusste ziemlich genau, was er hören wollte zwischen der fünften und sechsten Szene des zweiten Akts seiner «Jungfrau von Orleans». Schließlich konnte er fest damit rechnen, dass bei allen Aufführungen ein groß besetztes Symphonieorchester im Graben sitzen und ebenso eine Bühnenmusik zur Verfügung stehen würde.
In heutigen Aufführungen bleibt dagegen nicht nur der Orchestergraben in der Regel leer. Wir haben uns auch angewöhnt, solche Regieanweisungen mit einer Selbstverständlichkeit zu überlesen, die man vor dem Hintergrund der Theatergeschichte nur erstaunlich nennen kann. Das trifft auf Regisseure und Dramaturgen ebenso zu wie auf viele Literatur-, Theater- und Musikwissenschaftler. Bis heute widmen sich vergleichsweise wenige wissenschaftliche Publikationen den musikalischen Phänomenen, die für die Autoren der Theaterstücke eine ebenso selbstverständliche wie wichtige Rolle spielten. Dabei spiegelt sich ihre Bedeutung schon im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein bisschen erinnert das Ganze an die Geschichte von Phönix, der aus der Asche stieg: Immer wieder hat sich die Oper Frankfurt nach Krisen zu blühender Höhe aufgeschwungen, unterstützt von einem wohlsituierten, neugierigen Stadtbürgertum, das ästhetische Bildung nach wie vor für ein wesentliches Gut hält und dem Ungewohnten, Unerhörten gegenüber aufgeschlossen...
59. Jahrgang, Jahrbuch 2018
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISBN 978-3-942120-26-5
Best.-Nr. 752970
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
redaktion@opernwelt.de
www.der-theaterverlag.de/opernwelt
Redaktion
Jürgen Otten, Albrecht Thiemann (V. i. S. d. P.)
Redaktionsbü...
Die Ersten waren sie nicht an der Deutschen Oper Berlin. Das «Wunder der Heliane», Erich Wolfgang Korngolds lange geschmähtes opus maximum, wieder ganz groß herauszubringen – dieser Aufgabe hatte sich das kleine Pfalztheater in Kaiserslautern bereits 2010 gestellt. Auch der Opera Vlaanderen war das überbordende Werk unlängst einen szenischen Wiederbelebungsversuch...
