Diva im (Un)Ruhezustand
Verblüffend ist es schon, dass in Deutschland, wo die Musiktheater an Stars vergleichsweise wenig Interesse zeigen, ein altersloses Sängerinnenwunder wie Edita Gruberova eine künstlerische Heimat gefunden hat: Das Nationaltheater München zählt zweifellos zu ihren Stammhäusern – neben Wien und dem Teatre del Liceu in Barcelona. Ihr vierzigjähriges Bühnenjubiläum wollte man aber an der Isar nicht sonderlich feiern, da würde man Präzedenzfälle schaffen, lautete die muffelige Erklärung. So feierte die Gruberova halt in Barcelona. Eine Party für zweihundert Gäste, selbstbezahlt.
Nachdem sie vorher sich und das Publikum – schließlich stand hier auch ein dreißigjähriges Auftrittsjubiläum in Katalonien an – mit einer neuen, wohl letzten Rolle beschenkt hatte: mit Gaetano Donizettis Giftmischerin Lucrezia Borgia. Zuerst konzertant, wie sie es als vorsichtig ihre Grenzen absteckende und ihr Repertoire vorbildlich erweiternde Sängerin gewohnt ist. Nächstes Jahr wird es freilich auch eine szenische Variante geben, in München immerhin, wieder in der Regie von Christof Loy, der dort ihre alternde Elisabeth I. in «Roberto Devereux» nicht nur zu einem Triumph der Koloraturvirtuosin, sondern ...
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