«Wir können eine richtige Setzung machen»

Es wird ernst mit dem Klimaschutz, das Verfassungsgericht fordert konkrete Maßnahmen über 2030 hinaus. Welchen Beitrag kann und muss die Kultur leisten? Die Kulturstiftung des Bundes fordert mit ihrem aktuellen Pilotprojekt der Klimabilanzen Institutionen zum Handeln auf. Ein Gespräch mit der Künstlerischen Direktorin Hortensia Völckers sowie Projektleiter Sebastian Brünger

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Die Produktion von Kunst und Kultur und ihre Aufbewahrung in Museen und Bibliotheken kostet Energie – das ist nicht neu. Neu ist, dass es zunehmend die Öffentlichkeit interessiert, wie viel Energie dafür verwendet wird und ob diese Energie in Relation zum Output steht. Die Pandemie hat das Denken verändert, das ist jetzt schon absehbar. Müssen so viele Tourneen und Reisen sein? Können Bühnenbilder umweltfreundlicher gestaltet werden? Um Veränderungen zu planen, müssen wir erst einmal sehen, wo wir stehen.

Von dieser Überlegung ausgehend hat die Kulturstiftung des Bundes das Projekt «Klimabilanzen in Kulturinstitutionen» aufgelegt. 19 Institutionen wie Konzerthäuser, Stadttheater, Museen, Stadtbibliotheken und andere Kulturgebäude wurden eingeladen, den Energiebedarf ihrer Häuser zu ermitteln. 

Karin Winkelsesser Jetzt hat auch die Kulturstiftung des Bundes das Thema Nachhaltigkeit entdeckt und das Projekt «Klimabilanzen im Kulturbereich» aufgelegt. Wie sind Sie auf die Idee gekommen? 
Hortensia Völckers Wir haben über die letzten Jahre enorm viele Anträge für Kunst- und Kulturprojekte in allen Sparten erhalten – Ausstellungen, Theater, Musik etc., die sich auf unterschiedliche ...

HORTENSIA VÖLCKERS ist seit 2002 künstlerische Direktorin und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale. In dieser Zeit entwickelte sie zahlreiche Programme für den inter- nationalen Kulturaustausch, für die Förderung des Tanzes in Deutschland und zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Migration, Schrumpfende Städte, Kultur der Nachhaltigkeit, Zukunft der Arbeit und Kulturelle Bildung.

DR. SEBASTIAN BRÜNGER Der studierte Politologe und Geschichtswissenschaftler ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kulturstiftung des Bundes beschäftigt. Dort leitet er den Fonds «Doppelpass – Kooperationen im Theater», der eine Zusammenarbeit von Stadttheatern und freien Gruppen fördert. Zudem war er für die Entwicklung und Koordinierung des Pilotprojekts «Klimabilanzen in Kulturinstitutionen» zuständig. In diesem Rahmen hat er die Klimawerkstatt am 16.4.2021 organisiert, bei der 400 Gäste über Klima und Kultur debattierten.

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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Nachhaltigkeit, Seite 6
von Karin Winkelsesser, Eva Behrendt

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