Gewaltsam Glück und Frieden
Diese schöne neue Welt erwartet uns: Virtuelle Hauswirtschafterinnen, die uns mit zur Stimmungslage passender Musik beschallen, unsere nächsten Mahlzeiten planen und die Zutaten direkt bestellen. Kinder, die bereits in der Schwangerschaft mithilfe eines Genmodifikationsprogramms optimiert werden – zumindest, wenn die Eltern über das notwendige Kleingeld verfügen. Drohnenkrieger, die aus dem Homeoffice heraus fremde Länder bombardieren. Begegnungen, die fast ausschließlich via Bildschirm stattfinden.
Und ein Staat, der jede Bewegung seiner Bürger*innen überwacht, selbstverständlich aus Umsicht und aus Fürsorge.
Diese Dystopie entwirft der Hongkonger Autor und Regisseur Pat To Yan in seinem Stück «Eine posthumane Geschichte», das im Rahmen des biennalen Festivals «Frankfurter Positionen» der BHF-Bank-Stiftung am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt wurde – als Theaterfilm in der Regie von Jessica Glause. Es ist der zweite Teil der Trilogie «Posthuman Journey», in der der Hongkonger Autor und Regisseur erforscht, was es in naher Zukunft heißen könnte, ein Mensch zu sein. Der erste Teil, «Eine kurze Chronik des künftigen Chinas» (abgedruckt in TH 7/20) wurde 2016 zum Berliner ...
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 53
von Esther Boldt
Von den werkgetreuen Togen und Tuniken und dem gräzisierenden Tempelchen auf der Bühne sollte man sich nicht allzu sehr in die Irre führen lassen. Diese «Orestie» ist «revisited», was überarbeitet bedeutet, überschrieben. Aber auch nicht ganz. Doch der Reihe nach.
Erst mal wird das Publikum ein wenig eingeschüchtert: Die «Orestie» im Originaltext, das macht 175...
Ron Iyamu antwortet nicht mehr. Obwohl er als einer der ersten auf meine Interview-Anfrage zum Thema «Rassismus am Düsseldorfer Schauspielhaus» reagierte, einem Spaziergang zustimmte. Zur Terminabstimmung kommt es aber nicht. Nichts im Spam-Ordner, keine Reaktion auf Insta-Anfragen, keine auf rund fünf E-Mails. Auf seinen Social-Media-Kanälen herrscht seit vier...
Sie haben’s nicht leicht, die Sprösslinge der europäischen Königshäuser. Für das Leben im Fokus der Öffentlichkeit, der Paparazzi, der Yellow Press brauchen man und frau starke Nerven. Die royale Tradition und die Rollenvorgaben liegen schwer auf den Schultern. Hinter den prunkvollen Fassaden, hinter Glitzer und Glamour lauern oft genug Abgründe. Siehe Lady Di.
Au...
