Gewaltsam Glück und Frieden
Diese schöne neue Welt erwartet uns: Virtuelle Hauswirtschafterinnen, die uns mit zur Stimmungslage passender Musik beschallen, unsere nächsten Mahlzeiten planen und die Zutaten direkt bestellen. Kinder, die bereits in der Schwangerschaft mithilfe eines Genmodifikationsprogramms optimiert werden – zumindest, wenn die Eltern über das notwendige Kleingeld verfügen. Drohnenkrieger, die aus dem Homeoffice heraus fremde Länder bombardieren. Begegnungen, die fast ausschließlich via Bildschirm stattfinden.
Und ein Staat, der jede Bewegung seiner Bürger*innen überwacht, selbstverständlich aus Umsicht und aus Fürsorge.
Diese Dystopie entwirft der Hongkonger Autor und Regisseur Pat To Yan in seinem Stück «Eine posthumane Geschichte», das im Rahmen des biennalen Festivals «Frankfurter Positionen» der BHF-Bank-Stiftung am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt wurde – als Theaterfilm in der Regie von Jessica Glause. Es ist der zweite Teil der Trilogie «Posthuman Journey», in der der Hongkonger Autor und Regisseur erforscht, was es in naher Zukunft heißen könnte, ein Mensch zu sein. Der erste Teil, «Eine kurze Chronik des künftigen Chinas» (abgedruckt in TH 7/20) wurde 2016 zum Berliner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2021
Rubrik: Aufführungen, Seite 53
von Esther Boldt
2./MITTWOCH
20.15, das Erste: Der große Rudolph
Fernsehfilm (Deutschland/Tschechien 2018), mit Thomas Schmauser, Hannelore Elsner, Lena Urzendowsky, Robert Stadlober, Daniel Christensen, Sunnyi Melles, Hanns Zischler, Pavel Travnicek, Lara Mandoki, Gerhard Wittmann u.a.
6./SONNTAG
18.30, 3sat: Kunst als Waffe – Die Welt des Gottfried Helnwein
Dokumentation 2018 von...
Von den werkgetreuen Togen und Tuniken und dem gräzisierenden Tempelchen auf der Bühne sollte man sich nicht allzu sehr in die Irre führen lassen. Diese «Orestie» ist «revisited», was überarbeitet bedeutet, überschrieben. Aber auch nicht ganz. Doch der Reihe nach.
Erst mal wird das Publikum ein wenig eingeschüchtert: Die «Orestie» im Originaltext, das macht 175...
Greenwashing statt Rettung des Planeten, Quoten statt Ende des Patriarchats, Entschuldigung statt Entschädigung für Kolonialverbrechen: Das Bitterste, was Fundamentalkritik passieren kann, ist, wenn sie von ebenjenem System vereinnahmt wird, das abzuschaffen sie angetreten ist. Das ist die eine Seite. Die andere ist, dass kleine Verbesserungen immer noch besser...
