Kino im Schrumpfformat
Im letzten Jahr hatten sie es noch haarscharf geschafft: Knapp bevor die erste Welle der Pandemie sämtliche kulturellen Aktivitäten hinwegspülte, ging Carlo Chatrians und Marietta Rissenbeeks erste Berlinale mit allem Drum und Dran über die Live-Bühne, deutlich zurückhaltender und ästhetisch herausfordernder allerdings, als man es von Vorgänger Dieter Kosslick gewohnt war. Dass Chatrian und Rissenbeeck in ihrer Auswahl vorzugsweise auf die konzentrierten, stilleren Formate setzen, erwies sich jetzt, in den Zeiten der digitalen Notmaßnahmen, als Vorteil.
Die dicken Knaller im Schrumpfformat des heimischen Laptops, wer will das schon?
Nicht mal halb so viel Filme wie 2020 – da waren es 341 – waren bei der Corona-Berlinale Anfang März zu sehen, ausschließlich fürs Fachpublikum und akkreditierte Presse. (Ein kleiner Teil des Programms soll im Juni dem Berliner Publikum gezeigt werden, pandemiebedingt als reine Open-Air-Veranstaltung.) Im fünftägigen, eng getakteten März-Streaming waren die Filme jeweils 24 Stunden lang nur für die Akkreditierten sichtbar, für die Presse aber nicht alle: Die deutschen Wettbewerbsfilme von Dominik Graf und Daniel Brühl etwa verweigerten sich dem ...
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Berlinale 2021, Seite 26
von Barbara Burckhardt
Eva Behrendt Sie nutzen gerade Ihr Forschungssemester, um möglichst viel durch Deutschland zu wandern, Interviews mit Menschen auf der Strecke zu machen und am Ende ein Buch zu schreiben. Ist das die neue Corona-bedingte Wanderlust, oder haben Sie dabei vor allem Theater im Hinterkopf?
Stefanie Wenner Ich habe mich jetzt zwei Jahre lang damit befasst, wie Kultur...
Da gibt es kein Entkommen: Der Raum ist flach wie ein Bunker, die Wände sind heruntergelassene und zugezogene Jalousien. Manchmal zieht jemand die Lamellen etwas auseinander: Dann sieht man ein Auge, das auf die andere Seite des Lebens blickt. Aber da scheint auch nichts zu sein, was Rettung aus dieser Gefangenschaft versprechen könnte. Dass man aus diesem...
«Warte, ich mach dir die Tür auf.» – «Danke, soll ich die Granate werfen?» – «Ich bitte darum.» – (dumpfe Explosion, Rauch) – «Fantastisch!», selten hat man so höfliche Spezialkräfte gesehen. Es sind Max Czollek und Friedrich Kirschner, die da bis an die Zähne bewaffnet, plaudernd und irritierend professionell ein finsteres Anwesen nach militanten Neonazis...
