«Wir können eine richtige Setzung machen»
Die Produktion von Kunst und Kultur und ihre Aufbewahrung in Museen und Bibliotheken kostet Energie – das ist nicht neu. Neu ist, dass es zunehmend die Öffentlichkeit interessiert, wie viel Energie dafür verwendet wird und ob diese Energie in Relation zum Output steht. Die Pandemie hat das Denken verändert, das ist jetzt schon absehbar. Müssen so viele Tourneen und Reisen sein? Können Bühnenbilder umweltfreundlicher gestaltet werden? Um Veränderungen zu planen, müssen wir erst einmal sehen, wo wir stehen.
Von dieser Überlegung ausgehend hat die Kulturstiftung des Bundes das Projekt «Klimabilanzen in Kulturinstitutionen» aufgelegt. 19 Institutionen wie Konzerthäuser, Stadttheater, Museen, Stadtbibliotheken und andere Kulturgebäude wurden eingeladen, den Energiebedarf ihrer Häuser zu ermitteln.
Karin Winkelsesser Jetzt hat auch die Kulturstiftung des Bundes das Thema Nachhaltigkeit entdeckt und das Projekt «Klimabilanzen im Kulturbereich» aufgelegt. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?
Hortensia Völckers Wir haben über die letzten Jahre enorm viele Anträge für Kunst- und Kulturprojekte in allen Sparten erhalten – Ausstellungen, Theater, Musik etc., die sich auf unterschiedliche ...
HORTENSIA VÖLCKERS ist seit 2002 künstlerische Direktorin und Vorstandsmitglied der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale. In dieser Zeit entwickelte sie zahlreiche Programme für den inter- nationalen Kulturaustausch, für die Förderung des Tanzes in Deutschland und zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Migration, Schrumpfende Städte, Kultur der Nachhaltigkeit, Zukunft der Arbeit und Kulturelle Bildung.
DR. SEBASTIAN BRÜNGER Der studierte Politologe und Geschichtswissenschaftler ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Kulturstiftung des Bundes beschäftigt. Dort leitet er den Fonds «Doppelpass – Kooperationen im Theater», der eine Zusammenarbeit von Stadttheatern und freien Gruppen fördert. Zudem war er für die Entwicklung und Koordinierung des Pilotprojekts «Klimabilanzen in Kulturinstitutionen» zuständig. In diesem Rahmen hat er die Klimawerkstatt am 16.4.2021 organisiert, bei der 400 Gäste über Klima und Kultur debattierten.
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Theater heute Juni 2021
Rubrik: Nachhaltigkeit, Seite 6
von Karin Winkelsesser, Eva Behrendt
So müssen sich die antiken Griechen gefühlt haben, wenn sie bei der Uraufführung eines Tragödienzyklus waren. Ein großes gemeinschaftliches Erlebnis und die faszinierende Neugestaltung eines alten Mythos: Das war «Dionysos Stadt» 2018 an den Münchner Kammerspielen. Christopher Rüping gelang damals eine so kluge wie berührende zeitgenössische Neudeutung des...
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Da ist dieses Tattoo auf dem Rücken einer Toten, das eher ein Gemälde sich rankender Pflanzen zu sein scheint. Dann diese Technoszene und eine Menge Drogen, verbunden mit dem seltsamen Gefühl, am nächsten Tag nicht zu wissen, was in der Nacht zuvor los war. Das mit dem Vergessen funktioniert zwar auch mit Rotwein, ist aber längst nicht so sexy wie ein Absturz mit...
