Revolution im Schnürboden

Das Antonin-Dvorak-Theater, Spielstätte für Oper, Ballett und Schauspiel des Mährisch-Schlesischen Nationaltheaters (Narodni divadlo moravskoslezske), wurde 2025 umfassend modernisiert und im Dezember in Betrieb genommen. Im Zentrum stand die vollständige Erneuerung der Obermaschinerie, geliefert und installiert von GRADIOR TECH a.s., – mit dem Ergebnis, nun eines der technologisch fortschrittlichsten Theater Tschechiens betreiben zu können

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Ostrava ist eine Stadt der Kontraste: industrielles Erbe trifft auf kulturelle Ambition. Eine Stadt mit einem Herz aus Stahl und tiefen Narben vom Kohlebergbau. Inmitten dieser Region wurde bereits vor mehr als 100 Jahren das neobarocke Gebäude des damaligen Stadttheaters errichtet, das heutige Antonin-Dvorak-Theater. Es beherbergt die Heimspielstätte der Opern-, Schauspiel- und Ballettkompanien des Nationaltheaters Mährisch-Schlesisch mit einer Zuschauerkapazität von 517 Plätzen. Es ist eines der drei Nationaltheater der Tschechischen Republik.

Seit der letzten Rekonstruktion sind bereits 25 Jahre vergangen, im Hinblick auf das Tempo der technologischen Entwicklungen eine lange Zeit. Die damalige Technologie, wenngleich zu ihrer Zeit progressiv, entsprach eben den Möglichkeiten der Jahrtausendwende. Das Theater war an einen Punkt gelangt, an dem mechanischer Verschleiß, Materialermüdung und die Geräuschentwicklung der alten Antriebe nicht mehr mit den Anforderungen der modernen Szenografie vereinbar waren. Die Entscheidung zur Rekonstruktion fiel nicht plötzlich. Erste Überlegungen datieren auf das Jahr 2018, wobei der eigentliche Startschuss der Vorbereitungen im Juni 2022 mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Sonderband 2026
Rubrik: Bau/Betrieb/Sanierung, Seite 42
von Otakar Mlcoch und Miroslav Krcma

Weitere Beiträge
Modernisierung im Bestand

Das Projekt im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt ist exemplarisch für eine Bestandssanierung, bei der die nötige technische Erneuerung nicht als punktueller Austausch einzelner Anlagen, sondern als umfassende Neuordnung eines gewachsenen Theaterraums verstanden wurde. Das 1972 eröffnete Staatstheater Darmstadt umfasst drei öffentliche Spielstätten: das...

Vom Tagtraum zur Tragstruktur

Es muss etwa 2012 gewesen sein, als ich (Albrecht Löser), Konstrukteur an der Semperoper Dresden, zum ersten Mal von einem erschwinglichen Selbstbausatz für einen 3D‑Dru‑ cker hörte. Rund 2000 Euro kostete das Gerät – winzig im Bauraum, aber so simpel konstruiert, dass ich mir sofort vorstellen konnte, die Achsen beliebig zu verlängern. In einem Tagtraum sah ich...

Abgemischte Bildwelten

Wie bringt man die Welt der Extended Reality mit der der Bühnen zusammen? Und wie könnte eine digitale Bühne der Zukunft aussehen? Der Künstler Norbert Pape arbeitet seit geraumer Zeit intensiv zu diesen Fragen, indem er versucht, die Bildwelten abzumischen: Dazu nutzt er Technologien der Mixed Reality (MR), von einem Feld also, das sich neben Virtual Reality und...