Modernisierung im Bestand

Nach vier Jahren Planung und fast drei Jahren Bauzeit wurde das Kleine Haus des Staatstheaters Darmstadt im Herbst 2025 wiedereröffnet. Die Kernsanierung der Theatertechnik bildete den Schwerpunkt der rund 68 Millionen Euro teuren Maßnahme: Bühnentechnik, Bühnenbeleuchtung sowie Ton- und Medientechnik wurden vollständig erneuert. Der Geschäftsführer der theapro GmbH gibt einen Überblick über die neuen technischen Anlagen

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Das Projekt im Kleinen Haus des Staatstheaters Darmstadt ist exemplarisch für eine Bestandssanierung, bei der die nötige technische Erneuerung nicht als punktueller Austausch einzelner Anlagen, sondern als umfassende Neuordnung eines gewachsenen Theaterraums verstanden wurde. Das 1972 eröffnete Staatstheater Darmstadt umfasst drei öffentliche Spielstätten: das Große Haus als Opernbühne mit 850 Plätzen, das Kleine Haus als Schauspielbühne mit 435 Plätzen und die Kammerspiele als Raumbühne mit 199 Plätzen.

Während Großes Haus und Foyers bereits zwischen 2004 und 2006 grundlegend saniert worden waren, blieb das Kleine Haus mit seiner zweitgrößten Bühne bis zuletzt weitgehend im Originalzustand. Auslöser der Sanierung war nicht nur der künstlerische und sicherheitstechnische Erneuerungsbedarf; zuletzt drohte auch der Verlust der Betriebserlaubnis – ohne diese Maßnahme hätte das Kleine Haus in absehbarer Zeit geschlossen werden müssen. Bestandssanierungen im Theaterbau verlangen mehr als die Integration neuer Technik in bestehende Räume. Sie erfordern eine Neuinterpretation vorhandener Strukturen und funktionaler Abhängigkeiten. Im Kleinen Haus galt es, Architektur, Tragstruktur und die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Sonderband 2026
Rubrik: Bau/Betrieb/Sanierung, Seite 34
von Boris Viehbeck

Weitere Beiträge
Vom Tagtraum zur Tragstruktur

Es muss etwa 2012 gewesen sein, als ich (Albrecht Löser), Konstrukteur an der Semperoper Dresden, zum ersten Mal von einem erschwinglichen Selbstbausatz für einen 3D‑Dru‑ cker hörte. Rund 2000 Euro kostete das Gerät – winzig im Bauraum, aber so simpel konstruiert, dass ich mir sofort vorstellen konnte, die Achsen beliebig zu verlängern. In einem Tagtraum sah ich...

Vorschau und Impressum BTR SB 26

Essen
Die Kostümwerkstatt des Schauspiels Essen ist umfassend saniert worden. Rund 150 Kostüme werden dort pro Spielzeit für die Inszenierungen im Grillo-Theater, in der ADA oder für Außenprojekte genäht. Die Modernisierung war notwendig, da sich die rund 230 m2 großen Räumlichkeiten in einem baulich, technisch und arbeitsorganisatorisch sehr schlechten Zustand...

Technik und Kunst in harmonischer Einheit

Der Weltenbauer Award ehrt die kreative Umsetzung einer künstlerischen Vision mit technischen Mitteln. Denn dies erfordert nicht nur technisches Geschick, sondern auch ein Höchstmaß an Kreativität und Innovation. Das Publikum zu verblüffen, zu verzaubern und dabei eine harmonische Einheit zwischen Technik und Gesamtinszenierung zu schaffen – das sind die...