Vom Tagtraum zur Tragstruktur

Der großformatige 3D‑Druck hält Einzug in die Theaterpraxis. Wie hat sich die Drucktechnik entwickelt und welche Bedeutung haben Menschen mit fundierten Kenntnissen in diesem Bereich? Eine Beschreibung des großen Potenzials dieser Produktionsart anhand von aktuellen Beispielen

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Es muss etwa 2012 gewesen sein, als ich (Albrecht Löser), Konstrukteur an der Semperoper Dresden, zum ersten Mal von einem erschwinglichen Selbstbausatz für einen 3D‑Dru‑ cker hörte. Rund 2000 Euro kostete das Gerät – winzig im Bauraum, aber so simpel konstruiert, dass ich mir sofort vorstellen konnte, die Achsen beliebig zu verlängern. In einem Tagtraum sah ich ganze Bühnenbilder entstehen, Schicht für Schicht aus Kunststoff. Damals war das reine Fantasie.

Elf Jahre später stand ich vor einer Maschine, die diesen Gedanken weit übertraf. Prof.

Niels Modler vom Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden zeigte mir ein System, das in einem Bauraum von 2 × 2 × 8 m agiert. Das Prinzip ist dabei im Kern das gleiche wie beim kleinen Heimdrucker: Bauteile werden digital in Schichten zerlegt und pfadweise aufgebaut. Doch statt filigraner Riemenantriebe bewegen hier massive Industrieroboter mit bis zu 600 kg Tragkraft die Werkzeuge. Wo der Desktop‑Drucker mit dünnem Filament an seine Grenzen stößt, fängt der großformatige Druck erst an: Die Anlage verarbeitet direkt kostengünstiges Granulat, also das Rohmaterial, aus dem Filamente überhaupt erst hergestellt werden. ...

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BTR Sonderband 2026
Rubrik: Produktionen/Potenziale, Seite 59
von Albrecht Löser und Christian Vogel

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