Zurück zur Natur

Philipp Preuss inszeniert Ibsens «Frau vom Meer», Simone Thoma Anza Pamber/Handkes «Anatomie eines Wortes/Der Ritt über den Bodensee» am Theater an der Ruhr

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Ein spiegelndes Designerhaus (Ramallah Aubrecht) leuchtet auf dem lauschigen Teich des Raffelbergparks hinter dem Theater an der Ruhr, drumherum wogen Weiden, schlängeln sich Gehölze, Lichter blinken aus den Büschen. Dr. Wangel lebt hier mit seiner zweiten Ehefrau Ellida und den Töchtern aus erster Ehe, doch es läuft nicht besonders gut.

Müde und entrückt spielt Petra van der Beek die aus der Welt gefallene, vielleicht depressive Ellida aus Ibsens Schauspiel «Frau vom Meer» von 1888, eine Frau, die sich an ihrem Ort, in ihrem Körper, in ihrer Ehe nicht zuhause fühlt, bewegungslos auf dem Esstisch liegt, getrieben von ihrer Sehnsucht nach Meer. Oder wonach eigentlich? 

Regisseur Philipp Preuss lässt das, was Ellida fehlt, von Beginn an offen – so etwas Banales wie ein verflossener Liebhaber jedenfalls ist es nicht. Eher die Ursehnsucht nach Verschmelzung mit Natur und Kreatur. Felix Römer da -gegen ist Ellidas Mann, ein reicher, in die Jahre gekommener Langhaar-Hippie, der sich mal liebevoll kümmert, mal seine Wutausbrüche nicht unter Kontrolle bekommt. In Booten kommen die Besucher des Hauses herangefahren, man trägt Norwegermuster rustikal-naturnah auch auf Abendkleidern, die ...

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Theater heute 10 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Dorothea Marcus

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