Zürich Schauspielhaus, Pfauen: In Psychoschluchten nach Moshfegh
Winterschlaf. Nicht die dümmste Option in Tagen wie diesen, in denen eine Pandemie und ein US-Präsident das kollektive Bewusstsein trüben wie Nebel den Zürichsee. Nur: Genau genommen braucht die Ich-Erzählerin in Ottessa Moshfeghs Roman keinen äußeren Anlass für die totale Auszeit. Es reicht völlig, dass endlich nichts mehr an ihr gezupft, gewachst, gebleicht, gepeelt oder sonstwie optimiert werden muss. Zu ihrem Organismus haben nur noch Downer und Filme wie «Air Force One» Zutritt. Selbstauslöschung als Selbstrettung.
Allerdings mit Nebenwirkung: Die Traumschatten aus dem alten Leben lassen sich weder wegzappen noch von exzessivem Medikamentenmissbrauch verschrecken.
«Mein Jahr der Ruhe und Entspannung» – vor zwei Jahren zur Freude der New Yorker Literaturszene erschienen, jetzt von US-Regisseurin Yana Ross fürs Zürcher Schauspielhaus adaptiert – spielt im Milieu neureicher Millennials, also Upper East Side kurz vor 9/11. Die Pfauenbühne ist von Ausstatter Zane Philstrom ansehnlich überfrostet worden: Hinten schlieren Eisblumen über silberne Kühltresore, deren Kammern die Quälgeister der Hauptfigur bevölkern; vorn bettet sich Alicia Aumüllers namenlose junge Frau «Sie» in ein ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Stephan Reuter
Aalen, Theater der Stadt
2. Ebel, Ox & Esel – Eine Art Krippenspiel
R. Winfried Tobias
Altenburg Gera, THeater
10. nach den Gebrüdern Grimm, Rumpelstilzchen
R. Manuel Kressin
Annaberg-Buchholz, Winterstein-Theater
1. nach den Brüdern Grimm, König Drosselbart
R. Andreas Ingenhaag
5. nach Higgins, Harold und Maude
R. Karl Georg Kayser
Augsburg, Theater
3....
Eva Behrendt Heute Abend hätte die Uraufführung von «Mutter Vater Land» in Bremen stattfinden sollen; die Premiere musste auf zunächst unbestimmte Zeit verschoben werden. Halten Sie es so lange noch aus?
Akın Şipal Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Außerdem habe ich mir gestern die Generalprobe angesehen, ich weiß also in etwa, was daraus geworden ist.
EB Wie...
Dieses Buch ist selbst wie eine Bühne. Ein Paket von fast 3 kg, auf dem Umschlag ein junger Roberto Ciulli, clownesk geschminkt, Zigarre in der Hand, melancholisch ins Weite blickend. Fremd, verführerisch. Ein Titelbild, das spüren lässt, wie schockverliebt der Verleger Alexander Wewerka war, als er Ciulli erstmals in Mülheim sah, jener von Berlin aus so entlegen...
