Der zweite Lockdown
Wir haben Leiter*innen von Stadttheatern und Produktionshäusern gebeten, zwei Fragen zu beantworten:
1) Für wie gerechtfertigt und nachvollziehbar halten Sie die Theaterschließungen? Für wie verhältnismäßig schätzen Sie sie ein und werden sie helfen, Neuansteckungen zu reduzieren?
2) Sind die angekündigten Ausgleichszahlungen auf Basis von 75 Prozent des Vorjahresumsatzes für Unternehmen und soloselbständige Künstler ausreichend?
Geringere Akzeptanz
1) Insgesamt nehme ich die Akzeptanz der zweiten Theaterschl
ießungen als deutlich geringer wahr. Im März wussten wir noch nicht viel über die Pandemie und die Infektionswege, das ist heute anders. Die Hygiene-Konzepte sind ausgereift, Theater sind sichere Orte. Dennoch kommen wir mit der Schließung einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nach. Auch viele Restaurants, Kinos und Fitnessstudios haben funktionierende Hygiene-Konzepte und müssen schließen. Ab einem gewissen Punkt macht es vielleicht Sinn, weite Teile des öffentlichen Lebens herunterzufahren. Wir können nur hoffen, dass es wirklich etwas bringt und dass die Politik bei anstehenden Lockerungen an die Kultur denkt.
2) Dass etwas für die soloselbständigen Künstler*innen ...
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Theater heute Dezember 2020
Rubrik: Debatte, Seite 4
von
Am Anfang ist das Wort. Nicht das der Befragerin, Dorte Lena Eilers, sondern das der Befragten: Valery Tscheplanowa. Sie spricht, in fünf Gedichten, die tief blicken lassen in eine eigenständige, zerrissene Seele: «Und Wache halt ich / Adler Echo, über Dich / Der Du den Aufbruch wagst ins Eigne».
Es folgt ein langes Gespräch, das auf 130 Seiten immer weiter...
Figuren:
Mutter
Vater
Alter Ego
Oma (AnneAnne)
Oma (Breslau)
Opa (Autor)
Tante
Onkel
Uroma (Breslau)
uvm.
* 1914
Alter Ego Mein Urgroßvater
1914
Er überspringt die Barrikaden
es gibt einen Knall
er rennt
JETZT GEHT ES LOS
Der Himmel verdunkelt sich
oben und unten sind nicht zu trennen
er rennt
Irgendwas saust an ihm vorbei
ein Balken
Dann springt jemand vor ihm...
Der Ende Oktober im Alter von 81 Jahren verstorbene Grafiker, Maler und Bühnenbildner war ein bildender Künstler mit literarischen Gelüsten zum Theater. Dessen Zentrum oder Herz, wie er es ausdrückte, war für ihn der Schauspieler. Zum Verständnis dieses Gedankens, meinte er, sei keine Definition der Kunst des Schauspielers nötig, «sondern es genügt die vulgäre...
