Whomm! Zoing!
Ein Comic bleibt ein Comic bleibt ein Comic – auch wenn er ohne Sprechblasen auf der Bühne daherkommt. Das heißt: Große Hüllen mit wenig Inhalt sind das eigentlich schon, die man im Theaterhaus Jena bei Rebekka Kricheldorfs Batman-Fortschreibung «Gotham City I»
zerplatzen hört, einer scheinbar ins Unendliche angelegten (mindestens die Teile II und III
werden noch folgen) knallbunten Un-Sittengeschichte aus den Abgründen eines Provinz-
Molochs.
Sex und Crime, Drugs und Philosophie sind die zentralen Themen dieser Outlaw-Revue, die Markus Heinzelmann ohne Rücksicht auf Geschmacksverluste auf die knarzende Drehbühne platziert und mit «Krawumm» und «Splash» und «Quiiietsch» genregerecht auf
die Trash-Spitze treibt.
Das ist im Ansatz und bei der szenischen Verwirklichung zunächst auch ziemlich komisch. Denn so weit liegen die realen und die gezeichneten Welten gar nicht auseinander. Die Halbsätze, in denen sich grundlegende Analysen der völlig verkommenen Gesellschaft verbergen, die Geistesblitze, hinter denen nur platte Binsenweisheiten stecken – Gotham City, die legendäre Comic-Metropole, ist wie das Böse immer und überall. Also können die Helden, die jede Stadt nun einmal braucht und ...
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Theater heute Januar 2011
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Bernd Noack
Das Roxy-Theater liegt in Birsfelden, dicht an der Grenze, wo die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Land aufeinander stoßen. Seit sechzehn Jahren organisiert hier ein Verein Gastspieltheater, Musik und Kleinkunst. Ein charmanter Bau aus den 1920er-Jahren und der gute Ruf sorgen für regen Zulauf. Doch nicht immer. Der Basler Premiere von «Der rundere Mond» der...
Katastrophen aller Art durchwehen das Londoner Theater diesen Herbst und Winter: Erdbeben in der Hauptstadt, Bombenanschläge in Indonesien, politische Radikalisierung in Afghanistan und ein demoralisierter Weihnachtsmann. Dafür entdeckt Salisbury – unerwartetes Geschenk unterm Baum – in Philip Massinger einen Sohn der Stadt und Shakespeare-Zeitgenossen neu. Also...
Über das Portal meines Theaters», sagte Tankred Dorst vor gut zehn Jahren, «würde ich schreiben: Wir sind nicht die Ärzte, wir sind der Schmerz.» Was ist es, das einen Menschen zum Schreiben bringt? Und wichtiger noch, dafür sorgt, dass er damit nicht aufhört? Über vierzig, fünfzig, sechzig Jahre seines Lebens? Wahrscheinlich ist keine Antwort auf diese Frage...
