Wenn die Hoffnung zum Debakel wird
In der Regel formulieren wir unsere Erwartungen für die nähere und fernere Zukunft auf der Grundlage von Linearitätserwartungen: Ein Mehr an Investition wird nach gewisser Zeit auch zu einem Mehr an Erträgen führen, mehr Wissen ist die Grundlage größerer Bildung, und dementsprechend erwarten wir auch von einer Politik der Demokratisierung eine Ausdehnung und Festigung der Demokratie. Unsere epistemische Ordnung ist durch Linearitätsannahmen grundiert.
Die Folge ist, dass wir Maximierung und Optimierung in der Regel als kongruent betrachten und die Vorstellung zurückweisen, beide könnten unterschiedlichen Entwicklungsmustern folgen. Vermutlich ist die Annahme, dass mehr auch besser sei, im Verlaufe der Geschichte erworben worden und keineswegs der Grundausstattung menschlichen Denkens zugehörig. Es dürfte sich dabei um eine Folge wachsender Naturbeherrschung handeln, die in periodischen Schüben die Entwicklung des Menschengeschlechts begleitet hat. Mit der Industrialisierung Westeuropas und Nordamerikas hat sich dieses Denkmuster endgültig durchgesetzt – bevor es dann mit dem Aufstieg ökologischer Überlegungen vor einigen Jahrzehnten in eine Krise kam.
Mehr ist nicht immer besser
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Dea-Loher-Rezipienten lassen sich pauschal in zwei Gruppen teilen. Die einen, nennen wir sie Realisten, finden nach der Lektüre oder dem Besuch ihrer Stücke: So ist das Leben. Spätestens unterm Strich sind wir schließlich alle Enttäuschte, Traumatisierte, Gekränkte, Versehrte, vom Schicksal Betrogene und irgendwann Tote, und Dea Lohers Dramatik verleiht dieser...
Der Demos», sagt Herfried Münkler, «ist aus einem Politikpartizipanten in einen staunenden Fernsehzuschauer verwandelt worden.» In ein für Populismus jedweder Art anfälliges Stimmvieh. Aus dem Volk ist eine Masse geworden, die sich lobbyistisch für Partikularinteressen zusammenfindet, ohne noch über ein Gemeinsames zu verfügen. So entsteht gewissermaßen ein neuer...
Es ist zum an die Wand springen. Da hat man mal einen vernünftigen Selbstmordgedanken, aber kein brauchbares Hilfsmittel, um ihn umzusetzen. Der adoleszente Alkoholiker Darko ist ein widerwillig Überlebender, der nur manchmal und viel zu kurz die Courage zum Suizid hat, sonst aber gern andere dazu ermutigt. Zum Beispiel Ulrike, die irgendwann vom Hochhaus springt....
