Betriebsfeier ohne Betrieb
Es gab einmal Firmen, die mieteten sich für einen Abend ein ganzes Stadttheater, um ihren Mitarbeitern in gediegenem Ambiente mit kulturellen und kulinarischen Häppchen herzlich Dankeschön für Treue und Engagement zu sagen. Auf der Bühne sah man dann unterhaltsame Darbietungen und irgendwann den Chef, der wie ein leutseliger Kammerschauspieler in einem endlosen Monolog vom echten Zusammengehörigkeitsgefühl in seinem Laden schwärmte und zur Sicherheit noch ein paar stirngerunzelte Sorgen-Sätze dranhängte, die schwierige wirtschaftliche Lage betreffend.
Ansonsten aber war man da heiter und ausgelassen, denn die Firma ließ sich ja wirklich mal nicht lumpen.
Als Kapitalismus noch nett war
Solcherart war der Abend «Die Menschen von Primondo und Quelle» im Fürther Stadttheater nicht. Das heißt: eine Art Betriebsfeier war er schon – nur gab es den Betrieb nicht mehr, und die Chefs konnten nicht mehr ausfindig gemacht werden. Deswegen nannten sie die Mitarbeiter, die nun stattdessen da oben auf der Bühne standen, auch ungeniert «Lumpen». Dass die wirtschaftliche Lage schlecht ist, wussten alle Beteiligten der Feier auch ohne Warnungen aus der Konzernspitze. Schließlich hatten sie, die ...
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Einen grundsympathischen Parzival hat sich Lukas Bärfuss frei nach Wolfram von Eschenbach da ausgedacht: ein ordentlicher Zivilisations-Bildungsweg in zehn Szenen, der vom Kaspar-Hauser-Schicksal des in der Einöde aufgewachsenen Kindes über diverse Rittergroßtaten zur Gralsherrschaft führt, die man gut protestantisch erst durch Verzicht erreicht.
Einer, der die...
