Weltverbesserer oder Weltverschlechterer?
Die verflochtene Familien-, Finanz- und Wirtschaftsgeschichte «Habgier, Angst & Hoffnung. Zehn Jahre in Europa» des belgischen Autors, Regisseurs und Theaterleiters Stijn Devillé spannt einen großen Bogen von den Anfängen dieses Jahrhunderts bis zur Gegenwart und beginnt im ersten Teil seiner Trilogie («Habgier») mit einer Erzählung aus ungewohnter Perspektive. Geschichtlich, politisch und wirtschaftlich informiert, berichtet ein Kind von den Terroranschlägen am 11.
September 2001 in Amerika, von einer Niedrigzinspolitik in den folgenden Jahren und einer entstehenden Finanzblase, in der Banken wie Pilze aus dem Boden schießen und nicht nur Hedgefonds-Manager rund um den Globus Gewinne in Milliardenhöhe machen. Devillé sagt es aus Kindermund: «jeder zählt auf jeden / um den Tanz tanzen zu können».
So halten es dann auch seine Protagonisten des Stückes: Finanzdirektoren, Politiker, CEOs multinationaler Energiekonzerne und ihre Gefolgsleute. Jeder will ein Stück vom großen Kuchen. Koste es, was es wolle. Doch dann platzt auch in diesem Stück die Finanzblase, Banken machen pleite, Rentenfonds verlieren ihr Geld, Kredite gehen in Rauch auf, und ganze Städte kommen an den Rand eines ...
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Beim Atelier-Rundgang der Berliner Universität der Künste 2014 stand da ein ominöser schwarzer Kubus mit zwei grünen Knöpfen. Das Betätigen des einen Knopfes generierte eine neue, scheinbar willkürliche Zahl auf dem Display. Beim Betätigen des anderen Knopfes wurde ebendiese Zahl auf einen weißen Sticker gedruckt.
Die Leute drückten so lange auf den Knöpfen...
Denn Kunst und Sinnen hat Schmerzen / Gekostet von Anbeginn.» Kann ich noch auswendig, von früher. Steht in einem Turmgedicht, von Hölderlin. Die Kunst von gestern heißt ja heute Kunstkunst, so wie man Tanztanz sagt, wenn man über Tanz mit synchronen Bewegungen sprechen will, über Tanztheater, Ballett oder sonstwas Virtuoses. In meiner Erinnerung opferte man sich...
Auf der Bühne wirkt sie oft, als spreche sie widerwillig gegen die Sätze an, die sich in ihrem Mund formen, und auch im Gespräch über ihre Arbeit kann Sandra Hüller schnell einen bemerkenswert bockigen Ton anschlagen. «Eine direkte Erzählform hat uns an der Stelle nicht interessiert und wird dem Stück nicht gerecht – Kleist lässt sich nicht vereinfachen», antwortet...
