Europa – eine Fata Morgana
Das Ehepaar Vero und Uwe S. ist in die Wüste gefahren. Vero möchte dort Urlaub machen, Uwe will schwarze Löcher im Weltraum erforschen. Wäre in Europa die Lichtverschmutzung nicht so hoch, hätte er am Heimathimmel forschen können. Sie hätten Bonn erst gar nicht verlassen müssen, die Ehe daheim retten können.
Was zunächst nach einem privaten Beziehungsdrama klingt, entpuppt sich in Svenja Viola Bungartens neuem Stück «Bonn ist eine Stadt im Meer» schnell als europäische Groteske: Während Vero und Uwe S.
auf der «Rückseite der Welt» auf den Nachthimmel warten, begegnen sie Vega und Ulvi S. Die wollen die Wüste hinter sich lassen – dafür brauchen sie neue Pässe. Da kommt das europäische Paar wie gerufen: Als ihr Auto offen steht, klauen Vega und Ulvi S. die Pässe, Geld und Gepäck.
Und was tun als Europäer, wenn die Botschaft sonn- und feiertags geschlossen ist? Für das Ehepaar beginnt ein Horrortrip durch die Wüste. Nach verschiedensten Aufenthalten in Warteschlangen können sie ihre Identität per Fingerabdruck nicht mehr bestätigen, denn ihre Hände wurden von der harten Arbeit, die sie leisten mussten, um überhaupt hier anzukommen, stark in Mitleidenschaft gezogen – ihre Finger ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Vor undenklichen Zeiten war das Marmaroscher Gebiet in den Waldkarpaten von Riesen bewohnt. Als ihre Zeit zu Ende ging und nur ein einziger von ihnen noch in der Gegend lebte, begegnete seine Tochter Rosalia eines Tages bei einem Spaziergang am Fluss kleinen Menschen, wie sie sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie fing einige in ihrer Schürze und brachte sie heim....
«There’s no time here, not any more.»
Mark Fisher
Vielleicht hat selten jemand Foucault so konsequent und düster zu Ende gedacht wie Mark Fisher, vielleicht hat es auch kaum jemand wirklich ausgehalten, ihn so zu Ende zu denken, wie man sagt, zu Ende denken, wenn es das überhaupt gibt, etwas zu Ende denken, jemanden zu Ende denken, überhaupt etwas irgendwann zu...
Theater heute Ein zehnstündiges Antiken-Großprojekt wie «Dionysos Stadt» ist für ein Stadttheater nicht gerade üblich. Peter Stein hat es 1980 mit der «Orestie» an der Berliner Schaubühne einmal unternommen, aber die Schaubühne war damals auch kein übliches Stadttheater. Wie ist diese im besten Sinn wahnwitzige Idee überhaupt entstanden?
Christopher Rüping Die...
