Agenten für Diversität
Theater heute Das Schöne am Stadttheater ist, dass es sich zumindest künstlerisch permanent verändern kann. Alle fünf oder zehn Jahre kommt – falls die Kulturpolitik nicht furchtsam oder bequem ist – eine neue Leitung, die für sich neu definieren kann, wozu das Theater da ist und wie es sich im Umfeld von Stadt und Gesellschaft positioniert.
Dabei gibt es klare Kritik an der Institution Stadttheater: Es sei zu wenig divers sowohl in der Leitung als auch in den Ensembles, es sei immanent rassistisch, weiß, heterosexuell und männlich; es müsse neu über Hierarchien nachdenken, beziehungsweise den Abbau von Hierarchien. Julian Warner und Elisa Liepsch haben dazu ein Thesenpapier vorgelegt, das wir alle gelesen haben, und beim Theatertreffen in Berlin haben Katharina Rost und Jenny Schrödl analysiert, wie männlich eigentlich das Theatertreffen sei (beide Texte abgedruckt auf den Seiten 86–95 in diesem Jahrbuch). Das Ergebnis war ziemlich niederschmetternd, nämlich sehr männlich. Weiter steht in letzter Zeit verstärkt wieder der Bühnenbetrieb zur Diskussion: Ist der Trend zu immer mehr Produktionen, kürzeren Probenzeiten und höherer Effizienz eigentlich noch kunstkompatibel? Und ...
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