Wahnsinnig in Bewegung

Nis-Momme Stockmann ist auf der Suche nach dem richtigen Leben im falschen. Dabei war das Leben davor äußerst erfolgreich: kein Kriterium für den Nachwuchsdramatiker 2010. Ein Porträt von Till Briegleb

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Einer der erstaunlichsten von vielen erstaunlichen Sätzen, die Nis-Momme Stockmann an diesem Vormittag sagt, setzt er gleich an den Anfang eines langen Gesprächs. Wir sitzen auf dem Treppenhausdach einer ehemaligen Schule, die Stockmann vor einigen Jahren mit besetzt und als konzeptioneller Leiter in ein Kunstzentrum umgewandelt hat, auf zwei weißen globalisierten Plastikstühlen mit Blick auf die sanft mit grünen Hügeln eingeschwungene Hafenstadt Flensburg.

Von diesem Thron seiner früheren Erfolge aus erklärt Stockmann mit jener apodiktischen Setzung, die sich für sein Reden als symptomatisch erweisen wird: «Ich kann mit meinen alten Stücken heute kaum noch etwas anfangen!»

Alte Stücke? Nur mal zur Klärung der Sachlage: Nis-Momme Stockmann, Jahrgang 81, hat Ende 2008 mit dem Studiengang «Szenisches Schreiben» in Berlin und dem künstlerischen Arbeiten als Autor begonnen. Am 17. Dezember 2009 wurde das erste seiner Stücke, «Der Mann der die Welt aß», in Heidelberg in der Regie von Dominique Schnizer uraufgeführt. Seine nächsten Arbeiten, «Das blaue blaue Meer» (Regie: Marc Lunghuß) und «Kein Schiff wird kommen» (Regie: Annette Pullen) folgten im kurzen Abstand in Frankfurt und ...

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Theater heute Jahrbuch 2010
Rubrik: Die Höhepunkte des Jahres, Seite 158
von Till Briegleb

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