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Fröhlicher Alltagsrassimus und andere Kolonialgeschichten: Goldonis «Diener zweier Herren», Brechts «Der Hofmeister» und Kleists «Der zerbrochne Krug» in Berlin

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Zunächst sieht alles nach einem Druckfehler der Dramaturgie aus. Laut Stückeinführung spitze Regisseur Antú Romero Nunes Goldoni weiter zu und fordere Verwechslungen und Doppelbödigkeiten heraus, die durch «den Blick eines rein weiblichen Ensembles auf die männlichen Stereotype des 19. Jahrhunderts zusätzlich an Schärfe und Aktualität gewinnen». 19. Jahrhundert? Ungläubiger Blick ins Bücherregal: Goldoni lebte und schrieb wie vermutet im 18. Jahrhundert. Nun ja. 

Von wegen Tippfehler.

Spätestens wenn Stefanie Reinsperger mit ihrem extraherzigen Einführungsmonolog als hungrige, frisch zugewanderte Arbeitssuchende fertig ist, wird die ganze Dimension der Ansage deutlich. Ein paar runzelige Ekelcowboys stehen im harten Licht der Prärie und keifen sich an. Nunes meint es offenbar ernst und verlegt das Plotgerüst von Goldonis «Diener zweier Herren» in einen detailverliebten Spaghetti-Western. Die glorreichen Vier an den rauchenden Colts haben so schlechte Plastikzähne in Mund, dass ihr rachenkrächzendes Englisch aus  whiskyzerfurchten Kehlen nur in der deutschen Übertitelung zu verstehen ist, aber die Sätze sind so einfach, dass Mitlesen völlig ausreicht. Die Maskenabteilung des BE hat ...

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Theater heute Februar 2022
Rubrik: Aufführungen, Seite 10
von Franz Wille

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