Von Geistern und Untoten
Minutenlang liegen die Soldaten auf dem mit Steinen übersäten Hügel und stöhnen. Erst leise, dann immer lauter, intensiver. Sie sind irgendwo zwischen tot und lebendig. Dann kommen die Frauen, die Regisseurin Sahar Rahimi «die Insta-Girls» nennt. In pastellfarbenen Leggings und Bustiers, langhaarig, gestylt, clean, sauber, lächelnd. Sie beugen sich über die Leidenden, erst forschend, dann immer forscher. Legen sich neben sie, streicheln sie und beginnen plötzlich, sie zu quälen. Zerren an einem Arm, bis sie ihn, abgerissen, in der Hand halten.
Dem anderen reißen sie die Gedärme aus dem Bauch, schwingen sie wie ein Lasso. Eine filmt mit dem Handy. Am Ende stöhnen auch sie, aber es ist ein orgias -tisches Stöhnen.
Der Chor, sagt Chorleiterin Julia Kiesler im Programmheft, sei «eine Projektionsfläche für den Umgang des Westens mit dem Leid und der Gewalt, die uns umgeben». Meinen die das ernst? Meint das Regieteam, wir würden uns am Leid der Soldaten aufgeilen, uns wünschen, sie zu quälen? Und wenn dem so ist, meint sie, beim Sehen solcher Bilder würden wir diese unsere Haltung überdenken?
Eine seltsame Arbeit hat Rahimi für das Schauspiel Basel abgeliefert. Der Frauenchor aus fünf ...
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Theater heute Juni 2023
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Valeria Heintges
Das Musical «Cabaret» passt trefflich in den berlin-babylonischen Hype, der vom deutschen Film längst in die Theater geschwappt ist. Und natürlich auch dank seiner Hits ist das Stück ein Garant für volle Häuser. So auch jetzt am Stuttgarter Schauspiel, das mit Calixto Bieito einen Regisseur engagiert hat, der sich auskennt in der auch hintergründigen Thematisierung...
ich halte es für die pflicht eines rechtschaffenen bürgers, das heil des staates dem beifall der zuhörer vorzuziehen.
Demosthenes
wenn nicht mit rap – dann mit der pumpgun.
K.I.Z.
bürger potsdams, wacht auf! wir gehen einen guten weg.
Martin Kwaschik, 4. November 1989 Luisenplatz / Platz der Nationen
natürlich hab ich keine hoffnung. ich bin ja nicht bescheuert.
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Lana del Rey erschießt einen Polizisten; im Keller philosophiert ein Gurkenglas; das überhitzte Anthropozän endet, weil sich die Menschen in Stühle, Blumen oder Goldfische verwandeln; und zum vermutlich ersten Mal in der Theatergeschichte wird beim Festival «News Stages South East» eine Liebeserklärung in Binärcode vorgetragen. Diese beginnt mit «01001001», dauert...
