Vom Alleinsein in der Welt
Die kleine Form hat Konjunktur – zumindest bei der diesjährigen Ausgabe des Kunstfests Weimar. Ob Falk Richter, Theresia Walser oder Sibylle Berg, sie alle lieferten den Corona-gerechten Solo-Sound des vereinsamten Menschens. Während Bergs Text «PAUL oder im Frühling ging die Erde unter», der in der Regie von Ersan Mondtag mit Benny Claessens immerhin noch eine Welt jenseits der Pandemie aufscheinen lässt (siehe S. 23f. in diesem Heft), hat Corona die anderen beide Abende voll im Griff. Eine Nähe, die sich auch im gleichen Setting aller Monologe (und eines Dialogs!) spiegelt.
Auf dem großen Hof der alten Feuerwache in Weimar hat das Kunstfest-Team kleine Sitzgruppen mit maximal zwei Plätzen gebildet, gegen Regen stehen große Sonnenschirme bereit. Die Bühne beginnt in etwa drei Meter Höhe, daneben ragt ein Gerüstturm mit zwei kleinen Plattformen in den Abendhimmel. Überall feste Kameras, um auch die Details über die improvisierte Bühnenrampe zu bringen. Die Hauswand ist zur riesigen Leinwand umgetüncht (zuvor war hier ein neuer Autokino-Ort), und alle Zuschauer sind mit blau leuchtenden Kopfhörern ausgestattet, so dass während der Vorstellungen ein Meer von Glüh- bzw. Ohrwürmern vor ...
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Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Festivals, Seite 18
von Torben Ibs
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