Der sanfte Pyromane

(K)eine Trauerrede auf Werner Düggelin!

Theater heute - Logo

Er war ein Kind, ein Kindskopf, ein Lausbub, ein Seiltänzer, ein Traumtänzer, ein Menschenverhexer, ein Spieler und Theaterlüstling, ein Glückspilz, ein Genießer der einfachsten und feinsten Speisen, der auf keinen Gourmetführer angewiesen war, aber ein absolut kompetenter Gourmetführer hätte sein können, ein wahrer Kenner der Weine, ein Kunstsammler, Museumskurator und wissender Freund der Maler und Bildhauer, einer, der einem beiläufig beizubringen vermochte, was nötig zu wissen ist, einer, der dem Perfektionswahn nicht erlag, weil er mit einem knappen «Also gut» oder in seine

r ganz eigenen Sprache mit einem «Zoing, Zoing, Zoing» die Sache weitertrieb, einer, der die Liebe in allen Freuden und Schmerzen erlebt hatte und immer wieder erleben wollte, ein melancholischer Clown und feinsinniges Schlitzohr, kurzum: ein philosophierender Lebenskünstler – nein, der vollbrachte kein Lebenswerk, er war ja das Leben selbst.

Obendrein war dieser Wunder- und Teufelskerl ein Innerschweizer; er kam aus der berühmt-berüchtigten Gemeinde Siebnen im Kanton Schwyz. Die Siebner haben es nämlich faustdick hinter den Ohren, und es kann lebensgefährlich sein, sie zu unterschätzen. Vor allem beim ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2020
Rubrik: Nachruf, Seite 38
von Hermann Beil

Weitere Beiträge
Learning by doing

Vor zwei Jahren kamen die Regisseurinnen Anta Helena Recke und Julia Wissert bei einer Veranstaltung der Berliner Akademie der Künste zusammen, um über ihre Arbeit zu sprechen. Und unvermeidlich auch: über ihre Erfahrungen als schwarze Deutsche mit Ausgrenzung und Rassismus im Alltag ebenso wie im Theaterbetrieb. Dreimal täglich denke sie daran, das Land zu...

Kulturpolitik Der letzte Kampf?

Der Austausch der Kulturverantwortlichen in Ungarn, «Elitenwechsel» genannt, hat eine letzte Etappe erreicht: die (im Ungarischen gut deutsch «Einstand» genannte) Übernahme der Budapester Theater- und Film-Universität (SZFE) in diesem Sommer durch die regierungsnahe «Stiftung für Theater und Filmkunst». Man kann das als Fortsetzung des vom Orbán-Regime propagierten...

Daten (10/2020)

Aachen, Theater
9. Lachmann, Krumbein und Wilmington, Unnützes Wissen – Eine szenisch-musikalische Revue-Collage im Geist der Aufklärung (U)

R. Malte C. Lachmann
10. Giraudoux, Die Irre von Chaillot
R. Ewa Teilmans
23. Breuer und Zeppenfeld, Lokal Europa. Ein Planspiel über globale Systeme, lokale Nachbarschaft und afrikanische Hühner (U)
R. Dominik Breuer
 

Aalen,...