Volle Kanne Frauenpower
«Trau keinen Männern! Falsch sind sie alle!» Das musste Anna Bergmann nicht hineinschreiben in ihre Neuinszenierung von «Romeo und Julia». Denn es steht schon bei Shakespeare. Julias Amme sagt es, in ihrer Totenklage um Julias Vetter Tybalt. Aber es bleibt leider aktuell, wie etwa das Stück «Montag» zeigt. Dort verstecken sich Faith und Novella in einer Kellerwohnung vor Novellas Partner Clifford. Der ist nicht nur gewalttätig, sondern auch Ex-Soldat und nun als IT-Mann immer noch bei der Armee angestellt – und dort ist Faith seine Vorgesetzte.
Weshalb sie weiß, dass er seit einer Woche nicht zur Arbeit gekommen und nicht erreichbar ist. Wo ist er? Was hat er vor? Und: Hat er eine Waffe bei sich?
Um nicht durch eine Attacke von außen überrumpelt zu werden, halten die beiden Frauen einander wach. Und sind am siebten Tag dieser Wache, an dem das 2022 uraufgeführte Stück der US-Autorin Kate Tarker einsetzt, entsprechend nicht mehr ganz Herrinnen ihrer Sinne. Faith verliert, ihrem Namen zum Trotz, immer mehr den Glauben an sich selbst. Und Novellas Angst vor Clifford wird zunehmend ausgehebelt von ihrer Angst um Clifford. Wenn Darstellerin Sarah Sandeh die männliche ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Andreas Jüttner
Max Reinhardt zum 150. Geburtstag zu gratulieren, ist gleichermaßen einfach wie ungefährlich: Die Verdienste dieses großen Regisseurs und Theatermachers liegen auf der Hand. Wie kaum ein Zweiter hat er das deutschsprachige Sprechtheater durch seine Art, Regie zu führen, revolutioniert. Große Schauspielernamen wie Gertrud Eysoldt, Albert Bassermann, Tilla Durieux,...
Im späten Sommer dieses Jahres prangte auf den Straßen von Berlin etwas Verstörendes: «Asynchrones / verknotetes / unübersichtliches Deutsches Theater» las man auf den Plakaten, die den Start ebendieses Deutschen Theaters unter Neu-Intendantin Iris Laufenberg ankündigten. Eine ungewöhnlich sperrige Form der Einladung. Wer sich nicht abschrecken ließ, fand beim...
»Ich bin der Haß«
SOHN
DIE LIEBENDEN
BEA
RAMIN
DAHEIM
VATER
MUTTER
KIND
SOHN
TOCHTER
STIMMEN UND GESICHTER
Nachtleben Berlin; Bohème Krölpa: Uwe, Freya, Frau von Loewen, Gerry, Marc; Großfamilie München; Familie abends Dresden; Jahre, Jahre
JETZT
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Prolog
I Party
II Liebe
III Freunde
IV Familie
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ORT Deutschland
ZEIT Im Herbst
PROLOG
Schläge Schreie Rufe
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