Die Freuden der Demokratisierung
Max Reinhardt zum 150. Geburtstag zu gratulieren, ist gleichermaßen einfach wie ungefährlich: Die Verdienste dieses großen Regisseurs und Theatermachers liegen auf der Hand. Wie kaum ein Zweiter hat er das deutschsprachige Sprechtheater durch seine Art, Regie zu führen, revolutioniert. Große Schauspielernamen wie Gertrud Eysoldt, Albert Bassermann, Tilla Durieux, Alexander Moissi und selber Werner Krauss sind mit ihm verbunden.
Kritiker wie Alfred Kerr oder Siegfried Jacobsohn haben für oder gegen ihn leidenschaftlich Partei ergriffen, und seine Inszenierungen von Shakespeare bis Hofmannsthal sind Legende.
Legende allerdings auch im bequemen Sinn, denn in einem Zweig der Kultur, der die schnelle Blüte mehr liebt als das melancholische Erinnern, ist der Name Reinhardt so bekannt wie seine Arbeiten unbekannt sind. Oder besser: nur noch als Schemen erinnerlich, wie der sich auf der Drehbühne bewegende Wald des «Sommernachtstraums» oder die immer noch jeden Sommer durch Salzburg klingenden «Jedermann!»-Rufe vor dem Vorstellungsbeginn auf dem Domplatz. So ist es fröhlich und gemütlich und nett, Max Reinhardts zu gedenken – vielleicht aber auch, weil es uns Allzu-Gegenwärtigen so wenig ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Theatergeschichte, Seite 35
von Peter W. Marx
»Ich bin der Haß«
SOHN
DIE LIEBENDEN
BEA
RAMIN
DAHEIM
VATER
MUTTER
KIND
SOHN
TOCHTER
STIMMEN UND GESICHTER
Nachtleben Berlin; Bohème Krölpa: Uwe, Freya, Frau von Loewen, Gerry, Marc; Großfamilie München; Familie abends Dresden; Jahre, Jahre
JETZT
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Prolog
I Party
II Liebe
III Freunde
IV Familie
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ORT Deutschland
ZEIT Im Herbst
PROLOG
Schläge Schreie Rufe
...
(1) Schalte den Fernseher aus. Schließ alle Medien und alle sozialen Netzwerke, die darauf angelegt sind, deine Gefühle aus kapitalistischen Motiven aufzustacheln. Öffne keine Videos, die dir deine Freunde privat schicken. Wenn sie etwas geschickt haben, dass sie im Innersten erschüttert hat, sind sie von vornherein nicht deine Freunde gewesen. Wenn du ein zu...
Schafe, alles Schafe», denkt Peter Bender oft in einer Art aufgebrachtem Mitleid, wenn er im Worms der 1920er Jahre die anderen Menschen an sich vorbeieilen sieht. Ihnen allen, diesen bedauernswerten Geschöpfen, fehlt nicht nur jede tiefere Einsicht in die Materie, sondern sie unternehmen auch keinerlei Anstrengung, zu selbiger zu gelangen! Für die träge...
