Gespenster der Unterdrückung
Im späten Sommer dieses Jahres prangte auf den Straßen von Berlin etwas Verstörendes: «Asynchrones / verknotetes / unübersichtliches Deutsches Theater» las man auf den Plakaten, die den Start ebendieses Deutschen Theaters unter Neu-Intendantin Iris Laufenberg ankündigten. Eine ungewöhnlich sperrige Form der Einladung.
Wer sich nicht abschrecken ließ, fand beim weiteren Stöbern heraus, dass dieser und ähnliche Slogans einer eigenwilligen partizipativen Kampagne entstammten: Mit einem «DT-O-Mat» hatte eine Agentur die Besucher der Theater-Website aufgefordert, wahlfrei drei Begriffe, die man mit dem Haus verbinde, in ein Formular einzugeben. Und einige dieser Kombinationen wurden offenbar ohne Rücksicht auf Verluste plakatiert.
Auf diese etwas unübersichtliche Werbung folgte wenig später ein reichlich verknoteter Saisonauftakt auf der großen Bühne des Hauses, in knapp vier Stunden Spieldauer: «Weltall Erde Mensch» ist eine freie Stückentwicklung von Alexander Eisenach und Ensemble. Dass auch hier drei asyndetisch aufgereihte Begriffe verfangen sollen, dürfte Zufall sein. Der Titel ist von dem gleichnamigen Sachbuchklassiker inspiriert, den DDR-Schüler:innen bis in die 1970er Jahre ...
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Theater heute Dezember 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Christian Rakow
»Ich bin der Haß«
SOHN
DIE LIEBENDEN
BEA
RAMIN
DAHEIM
VATER
MUTTER
KIND
SOHN
TOCHTER
STIMMEN UND GESICHTER
Nachtleben Berlin; Bohème Krölpa: Uwe, Freya, Frau von Loewen, Gerry, Marc; Großfamilie München; Familie abends Dresden; Jahre, Jahre
JETZT
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Prolog
I Party
II Liebe
III Freunde
IV Familie
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ORT Deutschland
ZEIT Im Herbst
PROLOG
Schläge Schreie Rufe
...
Zwei Kindheiten spiegeln sich ineinander – über Zeit und Entfernung hinweg –, treffen sich in Erlebnissen von teilweise heftiger Gewalt, werden jeweils zum Resonanzraum der anderen und dabei auch ein Stück weit transparent in ihrem historischen und sozialpsychologischen Kontext. Wenn das gelingt, kann dabei etwas aufgehen, ein lebendiger Widerstandsgeist, ein...
Guten Abend, willkommen, der Herbst: Rentrée!, wir springen gleich rein, head on, ins Thema: Familie und Gewalt
I THEMA
BARACKE, Familie und Gewalt, das ist das zentrale Thema dieses Stücks, ganz simpel und klar. Es zieht mich immer hin zu großen, einfachen Themen, die etwas Banales, fast Archaisches haben, RAVE: das Feiern, IRRE: der Wahnsinn, ABFALL für alle: das...
