Vitamin Berlin
Die Glanzzeit des P.S. 122, der ehrwürdigen East-Village-Institution für experimentelles Theater, war schon lange vorbei, als vor zwei Jahren unter anfänglich großen Protesten der Australier Vallejo Gantner die künstlerische Leitung des Hauses übernahm. Gantner kündigte an, dass er das P.S. 122 wirtschaftlich rentabler machen und für interkulturellen Austausch zwischen dem East Village und dem Rest der Theaterwelt sorgen würde. Zumindest letzteres ist ihm mit seinem jüngsten Coup, dem Festival «Buenos Aires in Translation» (BAiT), gelungen.
Das Festival brachte kürzlich eine Frische in die angeschlagene Bohème-Theaterszene Manhattans, die man schon lange für nicht mehr möglich gehalten hatte. Trotz aller Finanznot sahen die vier präsentierten Inszenierungen gut aus. Die ansonsten gängige Political Correctness wurde für existenzielle und manchmal blutrünstige Dramen made in Argentina aufgegeben, und überhaupt gab es ein cooles, kosmopolitisches Theater-Selbstverständnis zu sehen, das sich verführerisch echt anfühlte.
Das von Shoshana Polanco kuratierte BAiT bestätigt nicht nur die seit ein paar Jahren umlaufenden Gerüchte, dass Buenos Aires das regierende Epizentrum des ...
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Nach der Ermordung von Anna Politkowskaja meinte Gerhard Schröder erneut, sein Männerfreund Wladimir Putin sei ein aufrechter Demokrat und so was wie der Tod der Moskauer Jornalistin komme in einem Land, das gerade seinen Weg in die Demokratie finde, nun mal vor. Zum Tod des früheren russischen Spions Alexander Litwinenko äußerte Schröder sich bislang noch nicht....
Ein Wesen von zarterer, frommerer und lieberer Art müsst ihr euch nicht denken, und kämt ihr auf Flügeln der Einbildung, zu den lieben kleinen Engeln» – gemeint ist hier in naturgemäß realitätsferner väterlicher Wahrnehmung die eigene Tochter, das Käthchen, eine kleine, mollige Göre, die grimassierend des Vaters Ausführungen kommentiert. Vater Theobald Friedeborn,...
Den Skandal gab es schon vor der Premiere. Das Dortmunder Theater warb für Thirza Brunckens «Faust»-Inszenierung mit einem Plakat, auf dem das Foto eines Mannes mit blutig geschlagenem Gesicht zu sehen war. Offensichtlich hatte ihn jemand mit Faustschlägen traktiert. Darüber prangte, wie über allen Dortmunder Theaterplakaten, der Spruch: «Willkommen in Dortmund».
So...
