Vier Autoren suchen ein Stück
Es beginnt mit einem Hochgeschwindigkeitsmonolog aus bunt, aber nicht absichtslos zusammengewürfelten Gedankensplittern, aufgelesen wohl bei einem Bummel durchs Münchner Museumsviertel, Namedropping à la Katalog oder was einem kunstinteressierten Auftragsautor beim Spazierengehen durch die fremde Gaststadt eben so ins Auge fällt. Da ist Cy Twomblys grandioser Lepanto-Zyklus (eine leuchtende Farbschlacht in zwölf Bildern, anspielend auf den blutigen Überraschungssieg der Venezianer über die Türken anno 1571 und gemalt wenige Monate vor dem 11.
September 2001) oder Olaf Nicolais «Escalier du Chant», politische Gesänge, eigens komponiert für die große Treppe im Foyer der Pinakothek der Moderne, oder auch mal ein Nachrichtenbild von der Selbstverbrennung eines griechischen Unternehmers in Thessaloniki – alles mehr oder weniger beabsichtigte Kollisionen von Ästhetik und Politik, das Ganze gemixt in die alltäglichen Seinszweifel eines prekär beschäftigten Kreativen.
Was dann folgt, ist dagegen auffallend unverkopft in seiner unverhohlen auf die mediale Sensationsgier fixierten Schnoddrigkeit: Ein international hochkarätig besetztes Autorenquartett, bestehend aus dem Italiener Gian Maria ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Chronik: München Residenztheater, Seite 51
von Silvia Stammen
So ein Andrang war nie. 380 Anmeldungen gab es zur diesjährigen Konferenz der Dramaturgischen Gesellschaft, mehr als doppelt so viel wie erwartet. War es der Tagungsort München, der in diesen klirrekalten Januartagen jederzeit das Ausbüxen zum Skifahren ermöglichte, wie Kulturreferent Hans-Georg Küppers zur Eröffnung schelmisch anmerkte? War es das Ergebnis des...
Es ist mir ein Bedürfnis geworden, Bomben zu werfen. Das prickelt einem ordentlich, das ist ein feines Gefühl. Das ist ebenso schön, wie einen abzuschießen», schwärmt im Juli 1940 ein Deutscher namens Pohl, Oberleutnant der Luftwaffe, zur damaligen Zeit Kriegsgefangener. Dokumentiert haben Sätze wie diese Briten und Amerikaner, die während des Zweiten Weltkriegs...
Der vorletzte Frankfurter Auftritt von Michael Thalheimer war gewichtig. Er begann in der tieferen Finsternis, die sozusagen der natürliche Zustand der riesigen Frankfurter Bühne ist, mit schweren Schritten und Schlagschatten. Die Schauspielerin Josefin Platt setzte donnernd einen Fuß vor den anderen, und jedes Mal knallte der Kothurn. Es war der passende Auftakt...
