Vier Autoren suchen ein Stück
Es beginnt mit einem Hochgeschwindigkeitsmonolog aus bunt, aber nicht absichtslos zusammengewürfelten Gedankensplittern, aufgelesen wohl bei einem Bummel durchs Münchner Museumsviertel, Namedropping à la Katalog oder was einem kunstinteressierten Auftragsautor beim Spazierengehen durch die fremde Gaststadt eben so ins Auge fällt. Da ist Cy Twomblys grandioser Lepanto-Zyklus (eine leuchtende Farbschlacht in zwölf Bildern, anspielend auf den blutigen Überraschungssieg der Venezianer über die Türken anno 1571 und gemalt wenige Monate vor dem 11.
September 2001) oder Olaf Nicolais «Escalier du Chant», politische Gesänge, eigens komponiert für die große Treppe im Foyer der Pinakothek der Moderne, oder auch mal ein Nachrichtenbild von der Selbstverbrennung eines griechischen Unternehmers in Thessaloniki – alles mehr oder weniger beabsichtigte Kollisionen von Ästhetik und Politik, das Ganze gemixt in die alltäglichen Seinszweifel eines prekär beschäftigten Kreativen.
Was dann folgt, ist dagegen auffallend unverkopft in seiner unverhohlen auf die mediale Sensationsgier fixierten Schnoddrigkeit: Ein international hochkarätig besetztes Autorenquartett, bestehend aus dem Italiener Gian Maria ...
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Theater heute März 2013
Rubrik: Chronik: München Residenztheater, Seite 51
von Silvia Stammen
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