Verzeihen statt verzichten
Meine persönliche CO2-Klimabilanz ist eigentlich ziemlich gut: Ich fliege fast nie, fahre seit Jahren bei Wind und Wetter mit dem Rad zum Theater und unternehme alle Dienstreisen mit der Bahn. Unser Vier-Personen-Haushalt hat inzwischen einen Energieverbrauch eines durchschnitt -lichen Ein-Personen-Haushalts, unsere Lebensmittel sind größtenteils «Bio». So weit, so gut; so weit, so privilegiert.
Denn zur Wahrheit gehört, dass es mir meine Arbeits- und Lebenswelt auch einfach macht, mich so zu verhalten und auf Dinge zu verzichten, die für andere unverzichtbar sind.
Meine Arbeitsmaterialien passen in einen Rucksack. Wenn das Fahrrad kaputt ist, gibt es in Leipzig ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz. Meine Dienstreiseziele sind nicht auf anderen Kontinenten, können problemlos ohne Flüge erreicht werden. Und wenn ich mich ökologisch fair und gesund ernähren möchte und mir dies leisten kann, bietet mir Leipzig zahlreiche Möglichkeiten. Meine persönliche Klimabilanz ist also nicht schlecht. Und doch wird das alles nicht genügen, wird meine persönliche Bilanz allein nicht genügen, braucht es größere klimapolitische Aufschläge. Dafür liegen viele Vorschläge und Ideen aus Wissenschaft und ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Verzicht, Seite 59
von Enrico Lübbe
Was für ein wirklich eigenartiger Beruf ist das überhaupt: Theaterleitung? Er steckt voller kaum aufzulösender Widersprüche und ist mit einer Reihe von Zuschreibungen belastet: sehr hohen bis überhöhten Erwartungen, aber auch harter Kritik bis hin zu direkter Ablehnung. Natürlich sind Theaterleitungsprobleme nicht abgekoppelt von der Art des Betriebs und dessen...
Mal ehrlich? Ich glaube, ich bin, wie viele, ein lebender Widerspruch. Ich habe ein Auto, mit dem ich regelmäßig zwischen meinem Haus in einem niederländischen Dorf und Bochum, wo ich arbeite, hin und her fahre, wenn ich am Wochenende in meiner Heimat war. Mein Dorf zu Hause hat keinen Bahnhof, und selbst vom nächstgelegenen Ort, zu dem ich wiede -rum 20 Minuten...
Vielleicht sind die Schmerzen morgen weg, wenn sich der Körper erholt hat, wenn er ausgeschlafen ist, wenn das Wetter besser wird, wenn der Stress nachlässt. Doch sie bleiben. Stechend? Glühend? Brennend? Pochend? – Dumpf? Tiefliegend? Krampfartig? Auf einer Skala von 1–10? In Deutschland leiden etwa 17 Prozent der Bevölkerung unter langanhaltenden, chronischen...
