Verzeihen statt verzichten
Meine persönliche CO2-Klimabilanz ist eigentlich ziemlich gut: Ich fliege fast nie, fahre seit Jahren bei Wind und Wetter mit dem Rad zum Theater und unternehme alle Dienstreisen mit der Bahn. Unser Vier-Personen-Haushalt hat inzwischen einen Energieverbrauch eines durchschnitt -lichen Ein-Personen-Haushalts, unsere Lebensmittel sind größtenteils «Bio». So weit, so gut; so weit, so privilegiert.
Denn zur Wahrheit gehört, dass es mir meine Arbeits- und Lebenswelt auch einfach macht, mich so zu verhalten und auf Dinge zu verzichten, die für andere unverzichtbar sind.
Meine Arbeitsmaterialien passen in einen Rucksack. Wenn das Fahrrad kaputt ist, gibt es in Leipzig ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz. Meine Dienstreiseziele sind nicht auf anderen Kontinenten, können problemlos ohne Flüge erreicht werden. Und wenn ich mich ökologisch fair und gesund ernähren möchte und mir dies leisten kann, bietet mir Leipzig zahlreiche Möglichkeiten. Meine persönliche Klimabilanz ist also nicht schlecht. Und doch wird das alles nicht genügen, wird meine persönliche Bilanz allein nicht genügen, braucht es größere klimapolitische Aufschläge. Dafür liegen viele Vorschläge und Ideen aus Wissenschaft und ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Verzicht, Seite 59
von Enrico Lübbe
Viele Jugendliche verzweifeln an den Erwachsenen. Die Klimakrise gefährdet ihre Zukunft, doch unablässig entstehen neue Treibhausgase. «Was macht unsere Eltern nur so ratlos?», fragt sich etwa Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Genauso wenig kann sie begreifen, warum die langjährige deutsche Kanzlerin weitgehend untätig blieb. «Merkel ist Physikerin. Müsste sie da...
Vieles fühlt sich für mich nicht wie «Verzicht» an, sondern eher wie eine Serie von Entscheidungen für ein stressfreieres und gesünderes Leben. «Verzicht» ist ein Wort, das vielen Menschen Angst macht. Die Diskussion um ein klimagerechteres Leben wird meist so geführt, als wäre unser Wohlstand und unser sorgenfreies Leben in Gefahr. Dabei verzichten wir schon heute...
Die frühen Jahre
Ausgesetzt In einer Barke von Nacht
Trieb ich
Und trieb an ein Ufer.
An Wolken lehnte ich gegen den Regen.
An Sandhügel gegen den wütenden Wind.
Auf nichts war Verlaß.
Nur auf Wunder.
Ich aß die grünenden Früchte der Sehnsucht,
Trank von dem Wasser das dürsten macht.
Ein Fremdling, stumm vor unerschlossenen Zonen,
Fror ich mich durch die finsteren...
