Der Fuchs Erinnerung
Begleitet wird er von Aron, einem jungen Mann, den die Universität ihm zur Seite stellt, und Geistern der Vergangenheit. Durch sie werden Oberflächen der Gegenwart durchlässig, entstehen Verbindungen zu tiefer liegenden kol -lektiven Erfahrungen und Gefühlen. Der vielstimmige Monolog verbindet deutsche Historie, Familiengeschichte und Alltagserlebnisse. Und er nutzt dafür unterschiedliche Textformen, ist streckenweise Essay, macht Archivmaterial ebenso zugänglich wie Fotos oder Gesprächsprotokolle. Vor allem aber ist er eine Selbstvergewisserung im Akt des Schreibens.
In ihm wird der Text selbst zum Medium des Erlebens, nehmen wir als Lesende/Zuschauende teil an einer archäologischen Forschungsarbeit.
Wertheimer dokumentiert zunächst – so sachlich wie poetisch verdichtet – als umherstreifender Flaneur und mit einem Gestus des Zufälligen: «Es ist nur ein Tagebuch, das ich vor dem Einschlafen schreibe.» Zunehmend gezielt folgen Text und Autor dann familiären Spuren, machen eindrucksvoll erlebbar, wie sich Geschichte über Generationen in Seelen einschreibt und stellen Fragen nach Identität und kultureller Erfahrung. Es geht ins jüdische Krankenhaus, zur Synagoge, zum Friedhof. ...
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Theater heute Jahrbuch 2023
Rubrik: Neue Stücke, Seite 162
von Katharina Gerschler
Ich verzichte auf: Unnötige Autofahrten – außer Eishockeytaschen und Eishockeyspieler müssen transportiert werden, scheint das sehr gut aufzugehen. Manchmal wäre es hilfreich, wenn die Bahn nicht so willkürlich geworden wäre, dass man manchmal einfach in Darmstadt oder Basel Bad so mir nichts dir nichts nachts gestrandet wäre … «Nein, also das nächste Mal fahre ich...
Zuallererst ist da ein Haus. Ein Konstrukt. Ein System. Es beherbergt un -sere Geschichten. Manches erzählt es, vieles versteckt es. Man muss die Verstecke finden, um alle Geschichten zu entdecken. Nicht nur die, die beim ersten Anblick offenbar werden. Sondern auch die, die wir zunächst übersehen haben. Denn tief im Boden schlummern und grummeln sie.
Sivan Ben...
Plötzlich / aus dem Schlaf schrecken» lauten die ersten Worte in Thomas Freyers neuem Stück «Ajax», in dem er den trojanischen Krieg mit der Gegenwart verschneidet. Das böse Erwachen wird im Verlauf des Geschehens nicht nur die gleichnamige Hauptfigur treffen. Zunächst ist es jedoch der zehnjährige Jonathan, der in der «nächtlichen Stille» das Bett verlässt und «in...
