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Dmitrij Gawrisch «Die Dampfnudel – Eine Patchwork-Komödie» (U) am Vidmar Bern

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In der Saison 2022/23 war der Schriftsteller Dmitrij Gawrisch Hausautor bei den Bühnen Bern. Damals hat er Ibsens «Volksfeind» überschrieben: aus der Perspektive einer antretenden Generation, die das toxische Erbe ihrer Vorgänger übernehmen muss (s. TH 3/23). Tochter Petra, gewöhnlich nicht so im Vordergrund, wurde zur modernsten Figur des Dramas, übernahm kommentierende Vermittlerfunktion zum Publikum und hielt in einer schönen Erfindung, abweichend vom Original, am Ende des Tages die Aktien des vergifteten Kurbads in ihrer Hand.

Was nun? Das Kind war verknurrt, den Schlamassel auszubaden, den die Elterngeneration angerichtet hatte. Am Theater Bern ist im Rahmen des Förderprogramms «Stücklabor» auch der Bühnentext entstanden, der gleichermaßen die umgekehrte Perspektive einnimmt, den Blick der Eltern auf ihr Kind, allerdings bei unveränderter Grundkonstellation. Der Erwachsenenblick reicht über den eigenen Nabel nicht hinaus; das Kind ist das Leidtragende. Mit etwas Verspätung erfolgte im März die Uraufführung: «Die Dampfnudel – Eine Patchwork-Komödie». Zu den Gründen für die Verspätung ist im Programmblatt eine hübsche Mail des Autors abgedruckt. Darin steht unter anderem: «… ...

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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Andreas Klaeui

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