Wofür lohnt es zu kämpfen?
Mütter und wir haben keine Angst.» So erheben über zwanzig ukrainische, belarussische und polnische Frauen ihre Stimmen gegen den Krieg in der Ukraine. Sie alle sind geflohen, leben im Exil. Die polnische Theatermacherin Marta Górnicka hat mit ihnen einen Chor gegründet, am Teatr Powszechny in Warschau. In Kooperation mit dem Berliner Maxim Gorki Theater entstand «Mothers – A Song for Wartime», ein perfekt choreografiertes Chorstück (vgl. TH 11/23), das nun auch zum Festival «Fokus Ukraine» nach Düsseldorf geladen war.
Die Frauen wollen in diesem Krieg nicht mehr nur die Toten beweinen, schweigende Opfer oder nur Gebärende sein. Sie wollen ihr Volk stärken, ihre Geschichten selbst erzählen und ihre Kraft nach außen tragen. Auf der leeren dunklen Bühne stampfen sie, werfen ihre Fäuste in die Luft, verharren in Kampfpositionen und verbinden unter Überschriften wie «Über Gewalt» oder «Über Vergewaltigung» Kinderreime und Volksmusik mit Gedichten und Pop-Melodien. Deutlich und erschütternd ist das, am Ende gibt es stille Standing Ovations, der Raum scheint voller Bedrückung und Bewunderung für diese Frauen.
So auch bei «A Mothers Heart» vom Dakh Theatre Kyjiw und der freien ...
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Theater heute Juni 2024
Rubrik: Festivals, Seite 45
von Elisabeth Luft
Schließlich wechselt der Schrecken die Richtung. So wie über lange Zeit Geflüchtete aus vielen armen, geschundenen und verwüsteten Welten Zuflucht gesucht hatten in der Mitte Euro -pas, so ist nun deren Bevölkerung, vor allem die deutsche, verzweifelt auf der Flucht – und versucht, die in inneren Kämpfen verheerte Heimat gegen irgendeine neue einzutauschen, um...
BERLIN, GROPIUS BAU
bis 14.7., Radical Playgrounds: From Competition to Collaboration.
Internationale Künstler:innen verwandeln den Parkplatz neben dem Gropius Bau in radikale Spielräume, auf denen u.a. Florentina Holzinger, Tomás Saraceno und Céline Con-dorelli einen elfwöchigen Kunstparcours unter dem Motto «From Competition to Collaboration» gestalten. Die von...
Es braucht ein besonderes Publikum, damit man solche Dinge veranstalten kann! Ivo Dimchev, ein Veteran des HAU, steuert zum Festival «Love is a Verb» ein musikalisches Best-of bei: «Hell / Top 40» mit urkomischen, anzüglichen, vor Sex strotzenden Songs aus seinem breiten Oeuvre (mit dem er es auf Spotify auf mehrere hunderttausend Zugriffe bringt).
Und weil die...
