Unter der Dornenkrone
Es sollte eine Rückreise in eine neue, alte Normalität werden, der Ausflug zu den Passionsspielen nach Oberammergau im idyllischen Oberbayern: ein Groß-Event, 4500 Menschen ohne Maskenpflicht in einem Raum, kaum noch vorstellbar nach den letzten beiden kontaktreduzierten Corona-Jahren, die auch die Passionsspiele ausbremsten. Doch schon im Zug von Berlin nach München ist die Krise nach der Krise unübersehbar: Es ist brechend voll, Reisende stehen zwischen den Tischen, sitzen in den Gängen auf dem Boden, es wimmelt von Kindern in der 1. Klasse.
Google Translate macht’s möglich, ins Gespräch zu kommen: Allein in unserem Großraumabteil reist mit dem kostenlosen «helpukraine»-Ticket eine 23-köpfige ukrainische Familie von Hamburg nach Rosenheim. Wo sie dort unterkommen werden? Sie wissen es noch nicht.
Das Dorf und die Welt
Am nächsten Tag strahlt die Sonne vom m alerisch von Schafwölkchen durchzogenen blauen Sommerhimmel, das Gewusel ums Festspielhaus hat alles zu bieten, von Dirndl und Lederhose über die Jogginghose bis zum Abendkleid: Ministerpräsidenten, Tatort-Kommissare, Bischöfe – und das Volk. Die mit roten Rosen geschmückte Dornenkrone, die beim ökumenischen ...
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Theater heute 7 2022
Rubrik: Festivals, Seite 41
von Barbara Burckhardt
Schon bemerkenswert: Gut 180 Jahre lang kümmert sich mehr oder weniger niemand hierzulande um diesen Text. Und kaum behandelt ihn die «FAZ» in der Reihe «Spielplan-Änderung!» als eines der «Stücke, die das Theater braucht», da setzt geradezu ein Wettrennen ein: 2019 erschien besagter Zeitungsbericht, im März 2021 sollte es in Karlsruhe die deutsche Erstaufführung...
Sivan Ben Yishai erzählt. Wie die Autorin sich das kollektiv betriebene Café «k-fetisch» als zweites Neuköllner Wohnzimmer ausgesucht hätte, wie die Räume zeitweilig geschlossen worden wären aufgrund von Vorwürfen gegen sexistisches Verhalten von Mit -arbeitern, wie das Kollektiv daraufhin die Vorwürfe und den internen Klärungsprozess in einem Newsletter öffentlich...
1942 - 2022
Wenn es das Bremer Theater als gesicherten Vier-Sparten-Betrieb heute noch gibt, hat das sicher viel mit Klaus Pierwoß zu tun. In seiner Zeit als dortiger Generalintendant von 1994 bis 2007 hat er das Haus vor der Insolvenz gerettet, mit insgesamt neun Kultursenatoren konstruktiv gestritten, hat sich ins Werder-Trikot gestürzt und mit Otto Rehhagel das...
