Mutter, Vater, Lenin

Maryna Mikhalchuk «18 Briefe und eine Fabel aus Belarus» im Kammertheater Stuttgart

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Einmal bricht sie aus in einen wilden, unkontrollierten, befreienden Tanz.

Ansonsten erzählt die Schauspielerin Therese Dörr in ruhigem Tonfall, was ihr Volha, die Ich-Erzählerin aus «Camel Travel», dem 2021 veröffentlichten auto biografischen Debüt-Roman der jungen belarussischen Autorin Volha Hapeyeva, in den Mund gelegt hat: die oft skurrilen Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend in den 1980er und 90er Jahren, die «vom Aufwachsen im belarussischen Spätsozialismus» berichten, jener Zeit, als die Sowjetunion «munter vor die Hunde ging» und Belarus unabhängig wurde, bevor 1994 der autoritäre Präsident Alexander Lukaschenko an die Macht kam. 

Der leise, ruhige Duktus der feinen Foyer-Inszenierung der belarussischen Regisseurin Maryna Mikhalchuk im Stuttgarter Kammertheater wird immer wieder krass kontrastiert durch Videoprojektionen von Demonstrationen und Straßenkämpfen gegen den Diktator Lukaschenko im Minsk des Jahres 2020: Schüsse, Schreie, das Skandieren der Demonstrant:innen werden dann hörbar. Bilder des Widerstands und der brutalen polizeilichen Zugriffe werden auf die weißen Stoffplanen des minimalistischen Bühnenbilds von Hannah Zickert gebeamt. 

Von ihrer Kindheit, ...

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Theater heute 7 2022
Rubrik: Chronik, Seite 62
von Verena Großkreutz

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