Mordor im Plastikmüll
Dunkel und drohend, gehauen aus schwarzen Felsen steht er da, der Turm der Prospera. Er erinnert wohl nicht zufällig an Barad-dur, den Turm Saurons aus dem «Herr der Ringe», von dem aus der dunkle Herrscher Mittelerde mit seinem magischen Auge überwacht. In Weimar thront ein leuchtender, farbwechselnder Ring als Symbol des Zauberbanns über allem. Prospera wacht mit Argusaugen über ihre Insel, an deren Ufer an der Vorbühne nur noch weißes Plastik angespült wird.
Hier haben die ebenso weißgekleideten italienischen Adeligen ihre Spielfläche, während die Inselbewohner in Schwarz, das mit glitzernden Elementen angereichert ist, daherkommen. Bühnenbildner Philip Rubner und Kostümbildnerin Miriam Schubach haben einiges an optischer Opulenz aufgefahren, und da wird im Laufe des Abend auch noch manches kommen.
Eine produktive Arbeitsvorlage für die Weimarer Hausregisseurin Swaantje Lena Kleff, um die verschiedenen Stränge und Beziehungsgeflechte von Shakepeares letztem Stück mit viel musikalischem und optischem Wumms in nur zwei Stunden und in der klaren Übersetzung von Frank Günther zu erzählen. Ludwig Peter Müller liefert dazu einen originellen Soundtrack voll pompösem Chorgesang, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute 7 2022
Rubrik: Chronik, Seite 63
von Torben Ibs
Schon bemerkenswert: Gut 180 Jahre lang kümmert sich mehr oder weniger niemand hierzulande um diesen Text. Und kaum behandelt ihn die «FAZ» in der Reihe «Spielplan-Änderung!» als eines der «Stücke, die das Theater braucht», da setzt geradezu ein Wettrennen ein: 2019 erschien besagter Zeitungsbericht, im März 2021 sollte es in Karlsruhe die deutsche Erstaufführung...
2./SAMSTAG 21.40, 3sat: Hermann Hesse – Brennender Sommer
Essayfilm, Schweiz 2020, Regie Heinz Bütler, mit Sibylle Lewitscharoff, Silver Hesse, Daniel Behle, Oliver Schnyder, Alain Claude Sulzer, Michael Limberg und Peter Simonischek
4./MONTAG 22.25, 3sat: James Baldwin: I Am Not Your Negro
Dokumentarfilm von Raoul Peck, Schweiz 2016
9./SAMSTAG 22.40, arte: Der...
Angeblich hasst es das Publikum, wenn es zum Mitmachen animiert werden soll. In Christopher Rüpings Inszenierung von Mieko Kawakamis Roman «Brüste und Eier» am Hamburger Thalia Theater aber lassen sich die Zuschauer:innen begeistert direkt angehen. «Hallo …», lächelt Maike Knirsch zu Beginn schüchtern in den Saal, «Hallo!» schallt es aufmunternd zurück. Worauf...
