Überleben im House of Cards

Der scheidende Intendant des Theaters Oberhausen Florian Fiedler über seine Nichtverlängerung, Fehler in der Transformation eines Theaters und Lernprozesse

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Eigentlich wollten wir uns im Theater treffen, ein letztes Mal, aber dann sind die Kinder krank geworden, und er lädt zu sich nach Hause ein. Florian Fiedler wohnt mit seiner Familie direkt neben dem Bochumer Intendanten Johan Simon, 30 Kilometer vom Theater Oberhausen entfernt, in einem schönen alten Stadthaus mit zwei Etagen, die Küche mit knorzig-riesigem Holztisch und selbstgebauten Möbeln in Graublau. Fiedler holt Kaffee, Wasser, Kekse, eigentlich springt er ständig auf, um etwas zu holen.

Dorothea Marcus Sind Sie erleichtert, dass die Intendanz zu Ende ist? Es wirkt ja schon ziemlich ungerecht, dass Sie nun nach erst fünf Jahren in der Stadt bereits wieder gehen müssen, irgendwie auf dem falschen Bein von der Pandemie erwischt, obwohl Sie ihr mit der Webserie «Die Pest» und Draußenspiel-Versuchen engagiert die Stirn geboten haben. Wie geht es weiter bei Ihnen? 
Florian Fiedler Erleichtert bin ich sicher auch, die letzte Zeit mit Corona und Baustelle war schon sehr, sehr anstrengend für uns alle. Melancholisch bin ich; die Dinge, von denen wir jetzt merken, sie funktionieren, hätte ich gerne fortgesetzt, hätte gern ein bisschen mehr geerntet von dem, was wir alles gesät ...

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Theater heute Jahrbuch 2022
Rubrik: Transformation, Seite 74
von Dorothea Marcus

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