Traumata unserer Tage

Mit dem Festival Perfoming Exiles kehrt Matthias Lilienthal nach Berlin zurück und zeigt Künstlerpositionen, die Exil als Hoffnungs- und Schmerzensraum porträtieren

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Am besten hat die Exilerfahrung wohl die aus Uganda geflohene Aktivistin und Lyrikerin Stella Nyanzi auf den Punkt gebracht, in einem ihrer mitreißenden, in Deutschland entstandenen Gedichte: «Exil, das ist ein Ort zum Atmen: ah und uh.» Ein leicht befreiendes Ah und ein leicht schmerzliches Uh. Gemischtes Gefühl also. Im Exil verliebt sich ihre Tochter in bayerische Dirndl-Trachten, und der Sohn macht eine zweite koloniale Spracherwerbserfahrung, nach Englisch nun das Deutsche: «Die Worte sind lang – und sie schmecken nach nichts.

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«Performing Exiles», das neue Format der Berliner Festspiele, feierte in diesem Juni Premiere und war randvoll mit Theaterarbeiten, Tanz, Lesungen, Diskussionen und Treffpunkten über die Stadt verteilt (das HAU, der Heimathafen Neukölln und die Akademie der Künste waren als Spielstätten dabei). Und selten fand man die Hauptstadtpresse so voll des Lobes, so regelrecht aus dem Häuschen wie über dieses Angebot. Was zu einem Gutteil mit der Person Matthias Lilienthal zu tun hat, der in Berlin die Volksbühne und das HAU groß gemacht hat, dann zu «Theater der Welt» und den Münchner Kammerspielen weiterzog und nunmehr als Kurator der Performing Exiles ...

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Theater heute August-September 2023
Rubrik: Festivals, Seite 28
von Christian Rakow

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