Das große Welttheater

Warum verzweifeln, wenn man noch lachen kann? Yael Ronen und Itai Reicher üben Weltuntergang mit «Planet B» am Berliner Maxim Gorki Theater, René Pollesch wälzt an der Volksbühne theatertheologische Probleme: «Mein Gott, Herr Pfarrer!»

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Die letzten wenigstens halbwegs gesicherten Berichte vom Untergang der Menschheit sind den Aufzeichnungen von Max Schrammel aus der «Unterstufen AG Kreatives Schreiben» an der Lars-Eidinger-Gesamtschule in Bottrop-Kirchhellen zu verdanken. Sein in Bernstein konserviertes iPhone mit den gesammelten Hausaufgaben hat den Exodus einigermaßen unbeschadet überstanden, um 40 Millionen Jahre später deutlich höher entwickelten Humanoiden schwache Anhaltspunkte vom Leben auf der Erde zu geben, «einem winzigen Felsplaneten am Rand der Galaxie».

Besonders interessant sind die recht detaillierten Beschreibungen vom Untergang der Spezies Mensch, die sich zwar einigermaßen selbstzerstörerisch benommen hat – «they over -fished, overhunt, overfarmed, overburned, over -produced and overpopulated» – und außerdem ein hochtalentierter Verdränger war: «Die Menschen waren sehr gut darin, unangenehme Tatsachen zu ignorieren, aber nicht so gut darin, sie zu überleben.»

Aber tatsächlich untergegangen ist die Menschheit nicht etwa wegen dieser Fehler, sondern, so jedenfalls Max Schrammel, nachdem ein Haufen Raumschiffe über den irdischen Städten aufgetaucht ist und dem Treiben ein Ende gemacht hat. Diese ...

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Theater heute August-September 2023
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Franz Wille

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