Traumaspiel und Machtkampf
Drei Mal steigt der junge Mann die Marmortreppe hinunter, jeder Schritt von Hall begleitet. Drei Mal steht er am Fuß der Treppe im runden Becken eines Brunnens. Drei Mal nähern sich ihm aus der Tiefe des Raumes, der das großbürgerliche Entrée einer Jugendstil-Villa vorstellt, zwei sich vollkommen synchron bewegende Männer. Drei Mal stürzt der junge Mann vor dem Brunnenbecken, doch jedes Mal passiert etwas geringfügig anderes: Die Männer schütten Pulver in sein Gesicht, sie heben ihn auf, bringen ihn weg, leicht zeitversetzt, am Ende nur pantomimisch.
Wie ein seltsames Ritual beginnt die Uraufführung von Sam Max’ Sex- und Traumathriller «Double Serpent». Das Staatstheater Wiesbaden, seit Spielzeitbeginn unter der neuen Leitung von Dorothea Hartmann (Oper) und Beate Heine (Schauspiel), hat dem/der 1995 geborenen US-Amerikaner:in den Stückauftrag erteilt. Seit einer Einladung zum Berliner Stückemarkt 2020 verfolgt Max sowohl eine amerikanische als auch deutsche Karriere; Wilke Weermann, der «Double Serpent» ins Deutsche übersetzt hat, führte auch schon bei der deutschen Erstaufführung von «Coop» («Zaun») in Bamberg Regie. Auf Sam Max’ Website ist zu lesen, dass deren Werk «sexuality, ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 6
von Eva Behrendt
In eigener Sache
Bezugspreise 2025
Zum 1. Januar 2025 ändern sich alle Print-Abonnementpreise und die Einzelheftpreise für unsere Leserinnen und Leser. Der neue Jahresbezugspreis beträgt 242,00 Euro. Einzelhefte kosten künftig 19,50 Euro, das Jahrbuch 2025 wird für 38,50 Euro erhältlich sein. In allen Preisen ist die Mehrwertsteuer enthalten. Weitere Informationen...
Immer wieder Dresden. Zwar haben sich jüngst die PEGIDA-Demonstrationen aufgelöst, doch die Keimzelle der in Großteilen rechtsextremen AfD war eben die dort versammelte Melange aus Frust und Fremdenhass, die sich ohne nennenswerte Gegenwehr der Zivilgesellschaft auf den Dresdner Straßen Raum nahm. Ebenso wie die offen neonazistischen Demonstrationen zum 13....
Prolog inklusive, sind 77 Stückchen Welt und Wahn zu entdecken im schriftstellerischen Debüt von Veit Sprenger, der 1997 das Per -formance-Kollektiv «Showcase Beat Le Mot» mitbegründet hat und bis heute unterwegs ist mit dem Ensemble. 77 tatsächliche Welten sind versammelt, weil Sprengers Kurz- und Kürzest-Geschichten durchweg in irgendeiner Art von Realität...
