The future is feminist
Sie stakst als Schillers Elisabeth auf blauen Stilettos so sicher über die Bühne, als wären es Arbeitsstiefel – mit böse blitzenden Augen, immer bereit zur giftigen Attacke. Legt in «Ökozid» als Anwältin der Klägerstaaten eine solche Wutperformance hin, dass man ein bisschen Angst kriegt vor so viel freiradikal sich entfaltender Energie. Sie zeigt als Istanbuler LGBTQ-Aktivistin in «Last park standing» zwar auch deren müde, verzweifelte, zerrissene Seite, vor allem aber die innere Kraft einer Widerständigen.
Josephine Köhler ist am Stuttgarter Schauspiel für die Rollen starker, autarker, auch mächtiger Frauen zuständig. Sie spielt sie mit einer körperlich natürlichen, geerdeten Bühnenpräsenz und mit soghafter Kraft. Ihr Herz spielt dabei ganz offenbar immer mit. Weswegen sie stets authentisch und glaubwürdig wirkt.
Ihre Lieblingsrolle, erzählt die 35-Jährige bei einem Cappuccino auf dem Stuttgarter Schlossplatz, sei bisher die Anna in Brechts und Weills «Die sieben Todsünden» gewesen, ihrem ersten Einsatz am Stuttgarter Schauspiel zu Beginn der Spielzeit 2018/19, wohin sie gerade vom Staatstheater Nürnberg gewechselt war. Die spektakuläre Stuttgarter Produktion verband die ...
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Theater heute Dezember 2024
Rubrik: Akteure, Seite 28
von Verena Großkreutz
Einfach nur «glücklich und bedeutsam sein», meint Sie. Darauf Er: «Das wollen wir alle.» Allerdings. Aber die hehren Wünsche fügen sich nicht so einfach in zwei Zimmer auf 50 Quadratmetern «mit Klicklaminat und Linoleum -boden in der Küche, und jeder Schritt macht so ein schreckliches Plastikgeräusch». Damit ist bei Weitem noch nicht das ganze Problemfeld...
Ein sehr spezielles Welcome: Beim Eintritt in den Empfangsraum des Hauses am Waldsee, einem so renommierten wie abgelegenen Ausstellungshaus mit Park und Seezugang im waldigen Berlin-Zehlendorf, sitzt abgewandt von den Besucher:innen eine lebensgroße Teenager-Puppe auf einem Podest, das weißblonde Haar zurückgeworfen, den Blick auf einen zerknitterten Zettel in der...
Finster geht es zu am Meeresgrund, und das nicht nur, weil keine Sonne durchdringt. Auch emotional wird’s höchstens grau. Man entsteht halt, treibt ein bisschen Symbiose, frisst wen auf und wird gefressen. Schlechtgelaunte Zeitgenoss:innen könnten es dabei belassen, weil es spätestens in kosmischem Maßstab ja auch die Menschheit hier oben nicht besser hat: ein...
