TO BLEND IN/INTO STH (NACHRUF)
Und noch eine Homestory bei Kubitschek, Höcke schreit Schande, Weidel erklärt, wie Jagd geht, Identitäre stürmen dies, filmen das, Gauland geht baden, Spahn schilt Nacktheitsverweigerer, Seehofer schmeißt die Märklin-Bahn an, Flüchtlinge, Schande, Blut, Boden, Özil, Boateng, Steuervermeidung, Homoehe, Abtreibung, Fundis, Grenzen, Heimat. Die mediale Auseinandersetzung mit den Akteurinnen der sogenannten Neuen Rechten, die eigentlich eine Neue Neue Rechte ist, steht in keinem Verhältnis zur Zahl ihrer Unterstützer. Noch nicht.
Die Mitte, die ja kein Ort ist, sondern eine verhältnismäßige Distanz zu den sogenannten Rändern bezeichnet, verschiebt sich längst.
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Die radikale Rechte wittert im jetzigen weltgeschichtlichen Moment ein revolutionäres Fenster, in dem die herrschende Ordnung tatsächlich umgeworfen werden kann. Dieser Glaube an die tatsächliche Umsetzbarkeit der eigenen Idee unterscheidet sie von den linken Bewegungen in Mitteleuropa und Nordamerika, oder anders: Ihn hat sie gemein mit den linken Bewegungen des Südens, von Podemos bis zu den Zapatisten, und jeder weiß, der Süden ist eine Fläche, die unter Innsbruck beginnt.
Sie hat kein Interesse daran, gewisse Vokabeln ...
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Theater heute Oktober 2018
Rubrik: Gegen Rechts, Seite 42
von Enis Maci
Verschreckt treten sie auf die Bühne, die Schauspielerinnen und Schauspieler in ihren schaumstoffgefüllten Fatsuits mit den angehefteten Geschlechtsorganen. Ein Hofstaat zum Abgewöhnen: übergewichtig und uniform; Monster, zu allem bereit. Mit an Bord sind für diesen «Macbeth» in Weimar Corinna Harfouch und Susanne Wolff, die sich Titelrolle und Lady Macbeth...
Ums Schuheausziehen wird man üblicherweise in den Wohnungen ostdeutscher und muslimischer Mitbürger*innen gebeten. Auch im Ballhof des Jungen Schauspiels Hannover ergeht die freundliche Aufforderung an das Publikum, paarweise die eigenen Schuhe nach vorne zu reichen. Dabei ist die Bühne für Oliver Frljics «Nathan» von Anfang an mit einer dicken Schicht gebrauchter...
Das Hamburger Thalia Theater und die Popmusik, das ist eine nicht erwiderte Liebe. Immer wieder versucht man hier, Inszenierungen entlang von Popsongs zu strukturieren, immer wieder fällt man damit auf die Nase – vergangene Saison unter anderem mit Stefan Puchers Abba-«Tartuffe», Ene-Liis Sempers und Tiit Ojasoos Rammstein-«Hänsel und Gretel» und Jette Steckels...
