Those were the days
Es hilft, wenn man nach dem Theaterabend «Den Aufstand proben – Handbuch einer Hausbesetzung» selbst in den Magnitorwall 18 einbiegt. Und wenn man dort noch das Glück hat, dass einen eine Theatermitarbeiterin kurz und beherzt hineinführt in die Räume. Die Räume, die jetzt Theaterbüros sind und damals Wohnungen waren: großbürgerlich hohe Decken, prunkvoller Stuck und herrschaftliche Flügeltüren. Am 18. Juni 1992 war dieses Braunschweiger Gründerzeithaus besetzt worden. Aus Protest gegen den skandalösen Umgang mit Wohnraum.
Im Rahmen des Theaterneubaus des «Kleinen Hauses» sollte das Wohnhaus damals bis auf die Fassade abgerissen werden. Auf die Hausbesetzung folgten Polizeieinsätze, eine Räumung und eine erneute Besetzung. «Kein Abriss unter dieser Nummer!» und «Theater ja, aber nicht hier!» stand auf den Flugblättern.
Jetzt, ziemlich genau 32 Jahre später, hat Daniele Szeredy dazu ein vierteiliges Stück entwickelt. Gemeinsam mit dem Ensemble des Staatstheaters Braunschweig und mit Studierenden der Technischen Universität und solchen der Hochschule der Bildenden Künste. Der ungarisch-italienische Regisseur, Autor und Dramaturg gehört ab 2024/25 zum Leitungsteam des Theaterhauses ...
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Theater heute August/September 2024
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Katrin Ullmann
Im Theater gewesen und wieder was gelernt. Deutschland gönnt sich als Ausrichter der Fußballeuropameisterschaft also ein umfangreiches «Kunst- und Kulturprogramm zur UEFA Euro 2024». Weil es nicht kulturvoll genug ist, wenn Teams aus allen Ecken des Kontinents dem Ball hinterherjagen und sich Zuschauer an der gebotenen Artistik erfreuen? Warum eigentlich nicht?...
Das fing ja gut an: Kaum hatte Milo Rau sein Amt als Intendant der Wiener Festwochen angetreten, wurde auch schon Anklage gegen ihn erhoben. Grund: Förderungsmissbrauch. Im Prozess gegen Rau zitiert der Staatsanwalt in seiner Anklagerede aus einer parlamentarischen Anfrage des FPÖ-Politikers Christian Hafenecker, in der dieser wissen möchte, was daran förderwürdig...
«Man darf die Brücken nicht abreißen lassen.» Theaterdirektor Karl spricht diese Worte mit Blick auf seine Frau Edda ebenso gelassen wie sehnsüchtig aus. Sie markieren den diskursiven Stand des Heute genauso wie die Moral von Kleists «Kohlhaas», der hier in Meiningen in einer Bearbeitung von Björn SC Deigner auf die Bühne in den Kammerspielen gekommen ist. Deigner...
