Vor uns die Sintflut

Zukunftsvisionen: «Prana Extrem» im Volkstheater, Madame Nielsens «Very Rich Angels» und Thomas von Steinaeckers «Die Verteidigung des Paradieses» in den Münchner Kammerspielen

Theater heute - Logo

Die Aussichten sind nicht die besten. Man kann sogar sagen: rundherum ziemlich katastrophal. Die Zukunft als Verheißung hat ausgedient, und die ausgerufene Zeitenwende ist vor allem, wie der Soziologe Hartmut Rosa konstatiert, «ein Abwehrkampf auf einer abschüssigen Bahn nach unten» – Zeit also, die Zukunft auf der Bühne noch einmal zu fokussieren und wenn nicht nach rosigen Aussichten, so doch nach mehr oder weniger lustvollen Auswegen oder Abgängen Ausschau zu halten.

Zwei Romane und ein Original-Musical geben zum Ende der Spielzeit in München Anlass, sich noch einmal ergebnisoffen auf die Suche zu begeben: Für das Volkstheater haben Hausregisseur Philipp Arnold und sein Dramaturg Leon Frisch das surreale Skisprungabenteuer «Prana Extrem» von Joshua Groß als Startrampe für ein genuin theatrales Experiment spontaner Gemeinschaftsbildung genommen. 2019 mit dem Anna-Seghers-Preis ausgezeichnet und mit «Flexen in Miami» 2023 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert, entwickelt Groß die smoothe Vision einer Generation Mitte 30, die mit den Widersprüchen einer abgefederten Wohlstandswelt – zwischen Chupa Chups, Hip-Hop und Mitdem-SUV-zum-Bioladen-Fahren – einen sehr ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute August/September 2024
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Silvia Stammen

Weitere Beiträge
Vom rasenden Übermut

Wir leben», beginnt Elfriede Jelineks Text «Die Schutzbefohlenen – Was danach geschah (2024)». «Hauptsache, wir leben, und viel mehr ist es auch nicht nach Verlassen der heiligen Heimat.» Dass diese Sätze bei Johan Simons, der den vergleichsweise schlanken 39-Seiter der Literaturnobelpreisträgerin am Schauspielhaus Bochum zur Uraufführung gebracht hat, gleichzeitig...

Wer oder was spricht?

Imposante Gestalten bewegen sich wie schwerelos durch den Zuschauerraum. Gianna-Sophia Weise hat identisch prächtige Kleider aus rotweißem Brokatstoff entworfen: bodenlange taillierte Röcke, die schwingend an Derwischgewänder erinnern, dazu passende Oberteile mit weiten Kapuzen, die ihre Träger:innen optisch fast um einen Kopf vergrößern. Drunter, das kriegen wir...

Impresssum/Pläne der Redaktion 8/24

Das Schauspiel der Salzburger Festspiele startet unter einer neuen Leitung: Marina Davydova, die aus Moskau fliehen musste, kuratiert an der Salzach.

Dea Loher ist wieder da und hat nach 14 Jahren ein neues Stück geschrieben: «Frau Yamamoto ist noch da». Der Stückabdruck!

Die Redaktion macht Sommerpause und ist ab 20. August wieder erreichbar!

Das Jahrbuch Theater...