Theater Now?

Julian Warner muss nur in die Bibliothek gehen, um den alltäglichen Rassismus in der deutschen Theaterszene nachzulesen

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In gesellschaftlichen Diskursen wird derzeit wiederholt die Figur der Flut bemüht, um das Bild des Eindringens «fremder» oder neuer Menschen und Ideen in eine bestehende Ordnung zu zeichnen. Je nach politischer Fasson wird dieses Eindringen als Bedrohung einer heilen Welt oder als Chance einer Erneuerung begriffen. Auch die Frage nach «neuen» Narrativen, Praktiken und Werten für ein kommendes Theater bleibt in dieser Dichotomie. 

Ich forsche seit ca.

2015 als Ethnograph im «Feld» Freie Szene und Stadttheater in Deutschland zu der Institutionalisierung anti-rassistischer Kritik und der Rolle schwarz rassialisierter Kulturarbeiter*innen. Im Folgenden möchte ich keine Programmatik formulieren, sondern stattdessen entlang der Ideen einiger Autor*innen wie Mark Terkes­sidis, Daniel Gyamerah, Joshua Kwesi Aikens, Hanna Voss und Azadeh Sharifi ein Problemfeld skizzieren, welches den Ausgangspunkt einer rassismus­kritischen Analyse der Gegenwart im deutschen Theater bilden kann.

Stadtgesellschaften in Deutschland sind seit jeher durch Migration geprägt. Die Mobilität von Menschen kennt wortwörtlich keine Grenzen. Wenn nun also, vor dem Hintergrund des «Sommers der Migration» (2015) und ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Die Heimatfrage (2), Seite 90
von Julian Warner

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