Talent zum Privileg

Wie Wiederholung als Kunstpraxis, kulturelle Aneignung und struktureller Rassismus zusammenhängen

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Anta Helena Reckes «Mittelreich» – die Wiederholung der Inszenierung einer weißen Regisseurin mit einer weißen Besetzung durch eine schwarze Regisseurin mit einer schwarzen Besetzung – berührt mich und meine Theorie als Theaterwissenschaftlerin, meine Praxis als Dramaturgin und meinen Alltag als schwarze deutsche Frau im deutschen Theaterbetrieb auf vielen Ebenen: Zum einen habe ich vor einiger Zeit ein theaterwissenschaftliches Buch geschrieben, das auf meiner Doktorarbeit basiert und den Titel «Ästhetik der Wiederholung» trägt.

Ich habe mich also viele Jahre mit ganz unterschiedlichen Formen der Wiederholung, der Verdopplung, der Kopie, des Zitats, der Aneignung und des Reenactments in der Bildenden Kunst und insbesondere in der Aufführung beschäftigt. Zum anderen habe ich in den letzten Jahren Verfahren der theatralen Repräsentation – also der Stellvertretung und Darstellung – des vermeintlich Anderen untersucht und in diesem Rahmen verstärkt postkoloniale Theoriebildung und Denkfiguren der kritischen Weißseinsforschung in meine theaterwissenschaftliche Arbeit einbezogen. 

So habe ich mich im Zuge der sogenannten Blackfacing-Debatte, aber auch darüber hinaus damit ...

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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Konflikte, Seite 48
von Joy Kristin Kalu

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A
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