Systeme der Macht
Momentum bezeichnet in der Physik die Bewegung eines Körpers, dessen Schwung nur mit einem größeren Kraftaufwand gestoppt werden kann. Momentum zu haben bedeutet aber auch, ein Zeitfenster richtig einzuschätzen, den geeigneten Augenblick nicht zu verpassen. Als Metapher schließlich bezeichnet Momentum die Dynamik, die sich gerade für oder gegen eine Idee, eine Bewegung oder eine Person entwickelt.
Im Mittelpunkt von Lot Vekemans’ neuem Stück steht ein Politiker-Ehepaar: Meinrad und Ebba Hofmann.
Meinrad ist Parteivorsitzender und Präsident eines großen westlichen Staates – und er hat sein Momentum verloren. Der jüngste Eklat war einer zu viel. Meinrad droht, unter der Last der Anforderungen, die sein Amt mit sich bringt, zusammenzubrechen. Es scheint, als gäbe es nur noch eine letzte Gelegenheit, das Blatt zu wenden, und zwar bei der Fünfzig-Jahr-Feier der Partei. Sein engster Berater und Spindoktor meint, Ebba müsse eine Rede zugunsten ihres Mannes halten, und Meinrad solle auf dem Fest besser schweigen. Aber wie soll die First Lady ihren Mann unterstützen, wenn sie genauso abgekämpft und ausgezehrt ist wie er selbst, nachdem auch sie jahrzehntelang für den Erfolg gearbeitet ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 186
von Janine Ortiz
B
Mike Bartlett
Love Love Love (Bremer Shakespeare Company)
Wild (Theater Potsdam)
Annie Baker
The Aliens (Staatstheater Kassel)
Richard Bean
Utopia (Turbine Theater)
Jon Brittain
Rotterdam (Rabenhof Theater Wien)
Sarah Burgess
Dry Powder (Landestheater Salzburg)
C
Olivier Choinière
Die Domäne (Theater Regensburg)
Tim Crouch
An Oak Tree (Die Eiche) (Schauspiel Frankfurt)
D
Mike...
In gesellschaftlichen Diskursen wird derzeit wiederholt die Figur der Flut bemüht, um das Bild des Eindringens «fremder» oder neuer Menschen und Ideen in eine bestehende Ordnung zu zeichnen. Je nach politischer Fasson wird dieses Eindringen als Bedrohung einer heilen Welt oder als Chance einer Erneuerung begriffen. Auch die Frage nach «neuen» Narrativen, Praktiken...
Roland Schimmelpfennig hat Schule gemacht und eine ganze Generation von Autoren beeinflusst mit seiner ausgeformten Erzähltechnik – in der einfache Identifizierungen und Rollenzuschreibungen ständig unterlaufen werden und die Darsteller aus dem Modus des Erzählens in der dritten Person immer wieder ins szenische Spiel einer ersten Person einsteigen, um dies dann...
