Starker Antritt im Abgang

Die Wiener Festwochen nach Bondy: Das erste von Markus Hinterhäuser und Frie Leysen kuratierte Festival war auch schon das letzte

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Die Kamera bewegt sich durch die Straßen der Stadt. Ortskundige erkennen irgendwann, wohin die Reise geht: Die Kamerafahrt führt hinaus ins Krankenhaus Lainz, am südwestlichen Rand der Stadt. Auf der dortigen Komastation liegt die 25-jährige Balletttänzerin Karin Anna Giselbrecht seit drei Jahren im Wachkoma.

Auf dem Weg zu ihr erzählen Inserts ihre Geschichte. Wir erfahren, wie das Mädchen seine Leidenschaft für Tanz entdeckte und dass ihre Eltern eigens von Linz nach Wien übersiedelten, damit die Tochter hier studieren kann.

Und wir lesen, dass sie eines Morgens leblos in einem Hotelzimmer in Bratislava aufgefunden wurde. Wegen einer nicht diagnostizierten Herzkrankheit hatte sie einen Herzstillstand erlit-ten. Sie wurde reanimiert, liegt seither aber im Koma.

Und doch spielt Karin Anna Giselbrecht heute Abend die Hauptrolle in einer Inszenierung der Wiener Festwochen. Der für extreme szenische Setzungen berühmte Regisseur Romeo Castellucci hat sie für seine Inszenierung der Gluck-Oper «Orfeo ed Euridice» als die Frau besetzt, die von ihrem Mann aus dem Totenreich zurückgeholt wird – die Komastation als moderner Hades. Parallel zur Oper, die von Bejun Mehta (Orfeo) und Christiane ...

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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Festivals/Aufführungen, Seite 14
von Wolfgang Kralicek:

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