Klage um ein zerstörtes Land
Von einer Projektionswand sieht uns ein Gesicht an. Ein kleiner Chor singt sanft und klagend über ein zerstörtes Land, das seinen Bewohnern zum Grab wurde. So leise, so traurig beginnt Brett Baileys afrikanischer «Macbeth», der die Geschichte des schottischen Königs in die soziale Realität des heutigen Ostkongos verlegt, eines von Kriegen rivalisierender Warlords, Genoziden und multinationalen Konzernen zerstörten Landes.
Internationale Konzerne, die den Abbau von Diamanten, Gold, Tantalum und anderen Mineralien für Mikrochips und Uran für Atomkraftwerke kontrollieren, machen lokale Warlords zu ihren Komplizen und perpetuieren den Krieg. In Genoziden und Kriegen sind im Kongo fast 6 Millionen ermordet worden. Giuseppe Verdis Partitur wurde von dem belgischen Musiker und Komponisten Fabrizio Cassol für ein kleines Sängerensemble und zwölf Instrumentalisten adaptiert, die Gesamtoper auf 90 Minuten gekürzt.
Der Macbeth-Stoff hat Brett Bailey schon länger beschäftigt. 2007 inszenierte er für das Spier Festival die originale Verdi-Oper. Damals entstand der Gedanke einer kleineren Form für einen konkreten afrikanischen Kontext. Mit Fabrizio Cassol hat Brett Bailey das Projekt nun ...
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Theater heute August-September 2014
Rubrik: Festivals/Auffführungen, Seite 20
von Stefanie Carp
Aachen, Theater
18.9. Zeller, Kaspar Häuser Meer
R. Marion Schneider-Bast
26.9. Vekemans, Gift. Eine Ehegeschichte
R. Ludger Engels
27.9. Kafka, Der Prozess
R. Christian von Treskow
Altenburg, TPT
25.9. Wodin/Hilbig, Nachtgeschwister
R. Anja Schneider
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
10.8. Bludau nach May, Winnetou 1
R. Urs Schleiff
Augsburg, Theater
19.9. Die Banditen...
30 Prozent», erzählt Günther Beelitz im Juni 2014. Dies sei der aktuellste Stand der Zuschauerauslastung im Großen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses, mit 750 Plätzen eines der größeren Sprechtheater der Bundesrepublik. Bei seiner Spielzeitpressekonferenz im Mai waren es noch 41 Prozent, aber die Talfahrt geht weiter. «Es war ein Himmelfahrtskommando, das zu...
Es verspricht kein besonders lustiger Abend zu werden. Bereits im Durchgang zur Hinterbühne werden die durch Fackeln illuminierten Besucher mit Geschrei und Gewimmer aus Lautsprechern begrüßt. Am Wegesrand backen Frauen Teigfladen, und das Ensemble wird mit Grabsteinen vorgestellt, zwischen denen aber auch die Namen toter Frauen von sozialen Protesten weltweit zu...
